Vielfalt der Kulturen als Jahresthema

Die Freie Montessorischule Stams wählte die Vielfalt der Kulturen zum heurigen Jahresthema. Passend dazu gab’s kürzlich Besuch von Flüchtlingen.

© Dorn

Von Agnes Dorn

Stams –Bereits seit einem Jahrzehnt gehört die Freie Montessorischule Stams zu den so genannten Ökolog-Schulen, die sich jährlich einem anderen Jahresthema zur Bildung von Nachhaltigkeit widmen. Nach der Wasserkraft und den Schätzen der Natur in den Vorjahren steht heuer die Vielfalt der Kulturen auf dem Lehrplan der Schule, die freien, schulstufenübergreifenden Unterricht auf reformpädagogischen Grundlagen praktiziert. „Uns ist es ganz wichtig, dass das Interesse und der Wunsch nach Lernen, der in jedem Kind vorhanden ist, von Anfang an geschützt wird und erhalten bleibt“, erläutert Judith Ried, eine der drei Betreuerinnen.

Anhand der beiden großen Themen Stoffe und Bekleidung sowie Ernährung werden den insgesamt 28 Schülern Sitten und Gebräuche anderer Länder nähergebracht. Jede Woche steht dabei eine andere Nation im Fokus. Auch die eigene Kultur wird dabei immer wieder thematisiert: Neben dem Nähprojekt, bei dem auf die Unterschiede von Fair-Trade- und Billiglohnproduktion eingegangen wurde, konnten die Kinder beim Schafwollfilzen die Ressourcen aus der eigenen Kultur kennen lernen.

Beim zweiten großen Unterthema, der Ernährung, wurde auch beim Kochen der Vielfalt der Kulturen Tribut gezollt. Und als vergangene Woche einige Burschen der Stamser YIL-Wohneinheit für minderjährige unbegleitete Flüchtlinge der Einladung zum gemeinsamen Mittagessen folgten, stand mit Speck- und Kasknödeln mit Sauerkraut typische Tiroler Hausmannskost auf der Speisekarte. „Meistens ist es ja so, dass die Flüchtlinge kochen“, wollte man in der Montessori­schule Integration einmal andersrum angehen.

Der heurige sechstägige Schulausflug wird die Schüler der Sekundaria übrigens fern der österreichischen Nationalgrenze nach Amsterdam führen. Ganz nach dem Montessori-Motto „Hilf mir, es selbst zu tun“ organisieren die Jugendlichen die Campingreise mit Zelt und Mietauto selbstständig. Durch Verkäufe eigener Produkte am Innsbrucker Frauenkunstmarkt, am Stamser Martinimarkt und am Tag der offenen Tür finanzieren sich die Schüler die Reise selbst. Da die Schule sich fast ausschließlich über die Kostenbeiträge der Erziehungsberechtigten erhalten muss, sind die Pädagogen froh, dass die acht Gemeinden, aus denen Kinder die Montessorischule besuchen, zumindest zugesichert haben, das Jahresprojekt mittels Materialbeitrag zu unterstützen. Das Kontingent an Schülerplätzen ist übrigens noch nicht ausgeschöpft.

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