Zillertaler Taxler begrüßt Gutschein-Modell

Egal ob Nightliner oder Taxigutscheine: Die jungen Zillertaler sollen in der Nacht sicher und auf günstigem Weg heimkommen. Es geht um den Preis. Nicht nur bei der Umsetzung einer Variante, auch bei den Taxitarifen.

Der Vorteil von Taxigutscheinen ist klar: Die Jugendlichen kommen bis vor die Haustür.
© Krieger Tim

Von Eva-Maria Fankhauser

Zillertal –„Es liegt am politischen Willen“ – das ist derzeit die Standardantwort auf die Frage, was denn nun im Zillertal kommen soll – ein Nightliner oder ein Taxigutschein-System.

Die Pläne für einen Nachtbus liegen bereits seit Langem vor – auch wenn bisher der politische Wille fehlte, sie im Planungsverban­d allen Bürgermeistern zu präsentieren. Wie das Taxigutschein-Modell aussehen könnte, das weiß keiner so genau. Das müsse man sich erst im Konkreten anschauen – heißt es immer wieder seitens der Politik.

Insgesamt 25 Taxiunternehmen und 61 angemeldete Fahrzeuge gibt es im Zillertal. Laut Taxiunternehmer Markus Freund aus Mayrhofen sei das Angebot gut, doch die Unterstützung durch ein Taxigutschein-System würde der Branche im Tal nicht schaden. „Ich finde den Nightliner von der Idee her nicht schlecht. Das Problem liegt aber bei der Verteilung der Jugendlichen von den Haltestellen weg bis zur Haustür“, sagt Freund. Der Unternehmer sitzt zudem im WK-Ausschuss für Taxler.

Er dementiert, dass die Taxler nicht bereit seien, längere Strecken (wie von Mayrhofen nach Fügen) in der Nacht zu fahren. „Da scheitert es bei den Jugendlichen wohl eher am Preis“, sagt Freund. Er hat eine fixe Preistabelle, die per QR-Code in seinen Taxis am Handy erscheint. Die Strecke kostet in der Nacht 51 Euro. Teurer wird es, wenn mehr Personen mitfahren. Ab sieben Fahrgästen zahlt jeder sieben Euro für die Fahrt, was mindestens 77 Euro für den Taxler bedeutet. Wie es zu den gestaffelten Preisen kommt? „Das ist einfach so. Das liegt teils am Mehraufwand. Taxipreise sind den Leuten prinzipiell immer zu teuer“, sagt er.

So mancher Jugendliche fühlt sich hingegen oftmals abgezockt. Planungsverbands­obmann Hansjörg Jäger fordert die Einführung von Taxametern. Freund findet das weniger sinnvoll: „Wir haben Fixpreise. Wenn wir nach Kilometer rechnen würden, wären einige Fahrten nur noch teurer.“ Er wisse aber, dass es teils Probleme mit den Preisen gebe. „Jedes Taxi hat eine Registrierkassa. Man muss sich die Rechnung geben lassen und kann dann so dagegen vorgehen“, sagt er.

Freund könnte sich auch eine Kombi aus Nightliner und Taxigutscheinen vorstellen. „Aber die Frage ist, ob es noch einen Bus braucht, wenn das mit den Taxis gut funktioniert“, sagt er.

Das Burgenland sei laut Gabrie­l Klammer (GF Fachgruppe Beförderungsgewerbe mit Personenkraftwagen der WK Tirol) ein Vorzeigebundesland. Dort könnten sich Jugendliche und Senioren in über 100 Gemeinden vergünstigte Gutscheine abholen. Meist zahlen die Gemeinden bis zu 50 %. An ihn herangetreten sei aber aktiv noch niemand. Vorstellen könne er sich beide Varianten, nur eine Kombi erscheint Klammer nicht sinnvoll. „Das wird kostenmäßig wohl zu schwierig“, meint er.

Sollte ein Taxigutschein-System forciert werden, könne er sich eine Modellregion Zillertal vorstellen. Es könnte ähnlich wie im Burgenland über die Gemeinden laufen. „Dort ist die Abrechnung aber mühsam. Das müsste bargeldlos funktionieren, mit einer Karte zum Aufladen, mit der man im Taxi bequem via NFC bezahlen kann“, sagt Klammer. Dazu braucht es laut ihm aber auch Fixpreise für bestimmte Fahrtstrecken. „Bei einem solchen System braucht es einen gewissen Kilometer-Tarif. Sonst wäre das ja ein Schwachsinn“, sagt Klammer. Das gehe aber auch ohne Taxameter. Rechtlich sei es okay, dass derzeit ohne Taxameter gefahren wird und die Unternehmer unterschiedliche Preise haben. „Ein Schnitzel kostet ja auch nicht überall gleich viel“, sagt Klammer. Doch fürs Gutscheinmodell brauche es einheitliche Tarife. Zudem könne man mit der Gutscheinkarte auch andere Betriebe einbinden und den Jugendlichen weitere Vorteile bieten.


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