Im Kanzleramt: Kurdischer Journalist auf Konfrontation zu Yildirim

Berlin (APA/dpa) - Ein kurdischer Journalist hat beim Besuch des türkischen Ministerpräsidenten Binali Yildirim im Berliner Kanzleramt für e...

Berlin (APA/dpa) - Ein kurdischer Journalist hat beim Besuch des türkischen Ministerpräsidenten Binali Yildirim im Berliner Kanzleramt für einen Zwischenfall gesorgt.

Aus Protest gegen die umstrittene türkische Offensive gegen die von Kurden kontrollierte Stadt Afrin in Syrien zog er am Donnerstag einige Bilder hervor und zeigte sie Yildirim - kurz bevor dieser bei einer Pressekonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel in Berlin eine Frage beantworten wollte.

Auf den Bildern waren tote und verletzte Kinder zu sehen. Er habe diese Bilder von Bekannten aus Afrin, sagte der Journalist Armanc Agid Nerweyi, Europa-Korrespondent der kurdischen Nachrichtenseite BasNews. Sicherheitsbeamte drängten ihn dann höflich, aber bestimmt, die Bilder wieder herunterzunehmen.

Yildirim aber ging auf die Bilder ein: Er sagte zu dem kurdischen Journalisten, dieser solle nicht versuchen, die Menschen zu manipulieren - die Bilder seien nicht aus Afrin.

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Die Türkei hat am 20. Jänner eine Offensive auf die Region Afrin im Nordwesten Syriens begonnen - unter Einsatz deutscher „Leopard 2“-Panzer. Die Türkei bekämpft dort die Kurdenmiliz YPG. Die Türkei stuft diese wegen enger Verbindungen zur verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) als terroristisch ein.

Die YPG kontrolliert im Norden Syriens den größten Teil der Grenze zum Nachbarland. Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden seit Beginn der Offensive zahlreiche Zivilisten getötet, darunter viele Kinder.


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