Klimastrategie - Köstinger: „Wir brauchen mehr Fördereffizienz“

Wien (APA) - Umweltministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) will eine Reduktion der CO2-Emissionen vor allem durch eine sparsamere Verwendung de...

Wien (APA) - Umweltministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) will eine Reduktion der CO2-Emissionen vor allem durch eine sparsamere Verwendung der vorhandenen Mittel etwa bei der Förderung der thermischen Sanierung erreichen - die erwarteten Kosten der heute (Dienstag) präsentierten Klima- und Energiestrategie wollten weder sie noch Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) beziffern.

Die thermische Sanierung von Gebäuden ist ein wichtiger Punkt der Klimastrategie - schließlich verursachen Heizung und Warmwasserbereitung in Gebäuden derzeit rund 16 Prozent der Treibhausgasemissionen der Sektoren außerhalb des Emissionshandels. Im aktuellen Budget habe man dafür über 70 Mio. Euro veranschlagt, sagte Köstinger. Allerdings hätten in den letzten Jahren die Förderungen in diesem Bereich weniger Maßnahmen ausgelöst als erhofft. Grund dafür sei auch die „Förderbürokratie, die wir in Österreich in diesem Bereich haben“. Es gebe unterschiedliche Fördermodell von Gemeinden, Land und Bund, da müssen wir mehr Effizienz hineinbringen“, so Köstinger. „Ziel ist es, dass es in Hinkunft einen einzigen Förderantrag gibt.“ Es müsse attraktiver sein in die Sanierung des Altbestands zu investieren „und nicht auf der grünen Wiese ein neues Haus zu bauen“. Die Sanierungsquote solle von derzeit 0,8 Prozent auf zwei Prozent pro Jahr erhöht werden. Durch die thermischen Sanierungen könne mehr als 1 Mio. t CO2-Einsparpotenzial erzielt werden, noch ohne Heizungstausch.

Ab 2020 sollen im Neubau keine neuen Ölheizungs-Anlagen mehr installiert werden. Ab 2025 soll der schrittweise Ausstieg aus den bestehenden 700.000 Anlagen beginnen. So könnten bei einer Umstellung der Ölheizungen auf Heizungssysteme auf Basis erneuerbarer Energie bis 2030 gut 2 Mio. Tonnen CO2 gegenüber dem heutigen Stand eingespart werden, hofft Köstinger. Zuständig für die Umsetzung seien die Bundesländer.

Insgesamt werde der Schlüssel für den Erfolg der Klimastrategie in der Kostenwahrheit liegen, „wir brauchen mehr Fördereffizienz“, sagte Köstinger. „Das alles soll im Energiegesetz neu bis zum Jahr 2020 vorliegen.“ Mit der Arbeit daran werde man im Herbst beginnen. Man wolle dabei auch „bewusst vom Thema Ökostrom weggehen“. Um das Ziel, bis zum Jahr 2030 in Österreich Strom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energieträgern zu produzieren und den Anteil der Erneuerbaren am Gesamtenergieverbrauch von derzeit 35 auf 45 bis 50 Prozent zu heben, wolle man auch „eine weitestgehende Technologie-Neutralität herstellen, und das muss dann auch im Energiegesetz neu einen Niederschlag finden“.

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Erdgas sei die CO2-ärmste fossile Energiequelle und werde eine wichtige Brückentechnologie in den Jahren bis 2050 sein, sagte Köstinger.

„Wir läuten das Ende des fossilen Zeitalters ein“, sagte Hofer. „Es gibt noch Öl, aber die Reserven gehen dem Ende zu.“ Es werde auch in Österreich in den nächsten Jahren massive Veränderungen geben, etwa bei der „Art und Weise, wie wir uns fortbewegen“. Wirtschaft und Klimaschutz seien kein Widerspruch, „wir können im Bereich der E-Mobilität bis 2030 insgesamt fast 34.000 neue Jobs und 3,1 Mrd. Euro Wertschöpfung zusätzlich schaffen“.

Beim Ausbau des öffentlichen Verkehrs werde man mit den Ländern und den Landeshauptstädten zusammenarbeiten. So beteilige sich der Bund etwa in Wien an der Finanzierung des U-Bahn-Ausbaus.


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