Vorarlberg geht jeder zweite Technik-Student „verloren“

Bregenz (APA) - Das Land Vorarlberg versucht auswärtige Vorarlberger Technik-Studenten nach deren Studienabschluss zu einer Rückkehr ins „Lä...

Bregenz (APA) - Das Land Vorarlberg versucht auswärtige Vorarlberger Technik-Studenten nach deren Studienabschluss zu einer Rückkehr ins „Ländle“ zu motivieren. Die Wirtschafts-Standort Vorarlberg GmbH (WISTO) hat dazu ein Netzwerk aufgebaut, über das rund 750 Studenten mit Vorarlberger Unternehmen in Kontakt stehen. Derzeit geht Vorarlberg Studien zufolge jeder zweite Technik-Student „verloren“.

Unter dem Titel „Chancenland Vorarlberg“ macht die WISTO - im Eigentum des Landes, der Wirtschaftskammer und der Hypo Vorarlberg Bank AG - den Vorarlberger Studenten eine Rückkehr in die Heimat schmackhaft. In Ermangelung einer Universität in Vorarlberg landen viele technikaffine Studenten aus Vorarlberg in Wien und Graz. Wer nach Vorarlberg zurückkommt, tue dies in der Regel entweder gleich nach dem Studium oder bei der Familiengründung, sagte WISTO-Geschäftsführer Joachim Heinzl am Dienstag nach der Sitzung der Vorarlberger Landesregierung.

Inwieweit die Bemühungen WISTO erfolgreich sind, lasse sich allerdings nicht direkt messen. „Es ist vielmehr das Bemühen, eine Community zu genieren und in Kontakt zu bleiben“, so Heinzl. Außerdem sei die Rückholung von Studenten zu wenig. Es gelte vielmehr, Jugendliche für Technik und technische Berufe zu begeistern, etwa über die „Lange Nacht der Forschung“.

Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) strich angesichts des Technik-Fachkräftemangels in Vorarlberg die Anstrengungen der WISTO in diesem Bereich speziell hervor. Aber auch die anderen Betätigungsgebiete der Gesellschaft würdigte der Regierungschef, etwa die Erschließung von Fördermitteln für Innovationsprojekte. „Es sind die Ideen von heute, die die Arbeitsplätze von morgen schaffen und die Wirtschaftskraft absichern“, betonte Wallner.

So ist die WISTO regionaler Partner vieler Förderstellen, unter anderem der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG). Um Vorarlberger Unternehmen die Lukrierung von Fördermitteln zu erleichtern, bietet die WISTO nicht nur einschlägige Informationen, sondern arbeitet auch bei Vorbereitung, Antragstellung und Projektstrukturierung mit. Auf diese Weise betreut die WISTO jährlich etwa 110 Projekte, was einem Forschungsvolumen von rund 15 Mio. Euro entspricht. Im vergangenen Jahr nahm sich die WISTO 70 Prozent der FFG-Projekte aus Vorarlberg an, 95 Prozent davon erhielten einen positiven Förderbescheid. Des Weiteren sorgte die WISTO 2017 beim überbetrieblichen Technologietransfer für etwa 35 Kooperationen.

Im ursprünglichen Geschäftsfeld der WISTO - der Betriebsansiedlung - gab es im vergangenen Jahr insbesondere eine Erfolgsmeldung. So sei es gelungen, ein Pharma- und Biotechnologie-Unternehmen nach Rankweil (Bezirk Feldkirch) zu bringen, das mittelfristig über 100 bis 200 Arbeitsplätze verfügen werde, erklärte Wirtschaftslandesrat Karlheinz Rüdisser (ÖVP).


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