Klimastrategie - Hofer: „Ältere Diesel-Fahrzeuge machen mir Sorgen“

Wien (APA) - Eine schrittweise Umstellung auf stromgetriebene Autos steht ziemlich weit oben bei der Klima- und Energiestrategie. Immerhin i...

Wien (APA) - Eine schrittweise Umstellung auf stromgetriebene Autos steht ziemlich weit oben bei der Klima- und Energiestrategie. Immerhin ist dies mit 46 Prozent der Emissionen außerhalb des CO2-Handels der ausstoßstärkste Sektor. „Die älteren Diesel-Fahrzeuge machen mir Sorgen“, sagte Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) am Dienstag, denn die würden „oft gefahren, weil man sich kein neues Auto leisten kann“.

Für die E-Fahrzeug-Förderung solle das Modell der Ko-Finanzierung mit der Fahrzeugwirtschaft weiter ausgebaut werden, heißt es zum Entwurf der Klimastrategie der Regierung. Bisher wurden mit der Kaufprämie laut Hofer 8.000 E-Autos angeschafft. Mit Anreizen und Förderungen solle auch neuen E-Mobilitäts-Services wie E-Car-Sharing, E-Taxis oder E-Logistik zum Durchbruch verholfen werden, heißt es in den Unterlagen.

Derzeit liege die E-Auto-Quote bei den Pkw-Neuzulassungen bei 2,5 Prozent - „damit werden wir das Klima nicht retten, da braucht es größere Anstrengungen“, meinte Hofer in einer Diskussion an der Wirtschaftsuniversität Wien nach der Präsentation der Strategie. Im Schnitt sei der Pkw-Bestand in Österreich - mit erst 0,4 Prozent E-Quote - zehn Jahre alt. Diese Fahrzeuge würden weiter fahren und die Umwelt weiter verschmutzen. Für jene, die noch nicht umsteigen, müsse daher ein Fahren mit „Green Fuels“ wie etwa Methan angedacht werden. Vor allem überschüssige Energie aus Erneuerbaren könne für E-Fuels verwendet werden, auch wenn die Effizienz hier geringer sei. Wesentlich fürs Funktionieren der E-Mobilitäts-Offensive sei auch die Ladeinfrastruktur, so Hofer. Hier sei es in Wien „sehr schwer“ gewesen, „weil man nur ganz wenig Individualverkehr wollte, auch elektrisch“.

Für Menschen, die sich ein neues E-Fahrzeug - oder auch den Umstieg von einer Ölheizung auf eine Heizung mit erneuerbarer Energie - nicht leisten könnten, müsse „der Pfad dafür freigeschaufelt“ werden, postulierte Hofer.

Auch die frühere Grünen-Umweltsprecherin Christiane Brunner betonte, es gehe „um Rahmenbedingungen, damit Leute nicht in der Öl- oder Dieselfalle gefangen sind“. Der Verkehrsminister hatte auf „verwitwete Personen“ verwiesen, die sich keine andere, neue Heizung leisten könnten. Das Ziel, ab 2020 in Neubauten keine Ölheizungen mehr zu erlauben, sei „sehr ambitioniert“. Hier sei bei den aktuell 700.000 Ölheizungen viel zu tun, „wenn wir bis 2030 auf die Hälfte runterkommen wollen“. Auf dem Weg seien die Menschen mitzunehmen. Damit das gelinge, dürfe eine Ölheizung „nicht billiger sein als ein alternatives Heizsystem“.

Eines der „Leuchtturmprojekte“ der Klimastrategie bezieht sich auf eine „effiziente Güterverkehrslogistik“. Angesprochen auf das Thema Spediteure bzw. Frächter meinte Asfinag-Geschäftsführerin Karin Zipperer in der Diskussion, gerade der Güterverkehr habe „enorm zugenommen in den letzten Jahren. Die Straße allein schafft es nicht, sehen wir.“ Dabei gehe es um Lösungen sowohl für die Langstrecke als auch den lokalen Verkehr.


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