Großbritannien kündigte strenges Handelsverbot für Elfenbein an

London (APA/dpa) - Die britische Regierung hat das strengste Handelsverbot für Elfenbein in Europa angekündigt. Es sei eines der striktesten...

London (APA/dpa) - Die britische Regierung hat das strengste Handelsverbot für Elfenbein in Europa angekündigt. Es sei eines der striktesten weltweit zum Schutz von Elefanten, teilte der britische Umweltminister Michael Gove am Dienstag mit. „Elfenbein sollte niemals Ware zum finanziellen Gewinn oder Statussymbol sein.“

Das Verbot wird anders als bisher auch für Elfenbein aus Altbeständen gelten, wenige Sonderfälle ausgenommen. Das gilt etwa für Musikinstrumente, die vor 1975 angefertigt wurden und weniger als 20 Prozent Elfenbein enthalten. Bei Verstößen sind dem Ministerium zufolge Freiheitsstrafen bis zu fünf Jahren oder Geldstrafen in unbegrenzter Höhe möglich.

In Umfragen hatte sich zuvor eine große Mehrheit der Briten für ein solches Verbot ausgesprochen. Die Europäische Union ist der größte Exporteur legalen Elfenbeins - als legal gilt es dann, wenn es vor 1989 erworben wurde oder von natürlich verstorbenen Elefanten stammt. Artenschützer kritisieren, dass jeder legale Handel Schlupflöcher eröffnet, über die Wilderer Elfenbein verkaufen können.

„Jeden Tag werden etwa 55 Afrikanische Elefanten wegen ihres Elfenbeins getötet. Ihre Stoßzähne werden zu Schnitzereien und Schmuckstücken“, erläuterte Tanya Steele von der Naturschutzorganisation WWF. Das sind mehr als 20.000 Tiere pro Jahr. Mit dem Verbot stehe London an der Spitze im Kampf gegen den blutigen Elfenbeinhandel.

Das neue Gesetz in Großbritannien muss noch unterzeichnet werden. Wann es genau in Kraft tritt, konnte das Umweltministerium auf Anfrage zunächst nicht sagen. Erst Mitte März hatten die Präsidenten von mehr als 30 afrikanischen Ländern von der EU ein Verbot allen Handels mit Elfenbein gefordert. China und Hongkong hatten unter internationalem Druck den Handel mit Elfenbein unlängst verboten.


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