Innsbruck-Wahl: Willi will Bürgermeistersessel und Platz eins

Innsbruck (APA) - Grünen-Spitzenkandidat Georg Willi will den Bürgermeistersessel erobern und die Öko-Partei bei der Innsbrucker Gemeinderat...

Innsbruck (APA) - Grünen-Spitzenkandidat Georg Willi will den Bürgermeistersessel erobern und die Öko-Partei bei der Innsbrucker Gemeinderatswahl am 22. April zur stimmenstärksten Gruppierung machen. Dies sagte Willi am Dienstag bei einer Pressekonferenz in der Tiroler Landeshauptstadt. Klubchefin Uschi Schwarzl schloss indes eine Koalition unter Beteiligung der FPÖ dezidiert aus.

Kritik übte Schwarzl zudem an der amtierenden Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer (Für Innsbruck), mit deren Liste die Grünen sich derzeit in einer Viererkoalition unter Beteiligung von ÖVP und SPÖ befinden. Die Bürgermeisterin sei „vereinnahmend und fast schon arrogant“, spielte Schwarzl unter anderem offenbar auf Wahlkampfplakate an, auf denen Oppitz-Plörer sämtliche Farben der Koalitionsparteien plakatieren lässt.

„Zwei der Partnerstädte von Innsbruck, Freiburg und Grenoble, haben bereits grüne Bürgermeister“, sagte indes Willi und betonte im gleichen Atemzug, dass es jetzt um Innsbruck als die dritte Stadt in diesem Verbund gehe. „Ich habe das kühne Vorhaben, erster grüner Bürgermeister einer österreichischen Landeshauptstadt zu werden“, betonte er und erntete für diesen Sager beim Wahlkampfautakt im Innsbrucker „O-Dorf“ heftigen Applaus.

Dass er weiters die Grünen nach der Wahl auf Platz eins sehen will, sorgte ebenfalls für Euphorie bei den versammelten Grün-Anhängern und Grün-Funktionären, unter die sich auch der Klubobmann der Grünen im Tiroler Landtag, Gebi Mair, gemischt hatte. Wohl kein Zufall, denn Willi betonte explizit, es gebe „dank der neuerlichen Schwarz-Grün-Koalition einen starken grünen Draht ins Landhaus“. Im Anschluss streute der langjährige Landtagsklubobmann Mair & Co. Rosen: „Dieses Ergebnis bei der Landtagswahl haben uns viele nicht zugetraut“. Dies führte er auch darauf zurück, dass man nach dem „Katastrophenjahr 2017“ dazugelernt habe und nunmehr „zusammenhalte und für grüne Ideen brenne“.

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Als Kernthemen des grünen Wahlkampfs, der jetzt in die „Intensivphase“ gehe, nannte der Bürgermeisterkandidat und Listenerste Wohnen und Mobilität. „Ich stehe für die Fortsetzung der Wohnbau-Offensive und möchte Spekulation mit Wohnraum unterbinden“, legte er seine Positionen in Bezug auf das Innsbrucker Dauerthema Wohnen offen. In Sachen Mobilität hingegen möchte der 58-Jährige „Innsbruck zu Utrecht machen“. In der niederländischen Gemeinde werden nämlich laut Willi „48 Prozent der Wege mit dem Fahrrad zurückgelegt“. Darüber hinaus habe man auch insgesamt ein „klasse Mobilitätsprogramm“.

Willi, den die Innsbrucker Bevölkerung als Radfahrer auch bei Wind und Wetter kennt, wollte dann auch seine Eigenschaften als eventueller künftiger Bürgermeister der Tiroler Landeshauptstadt von seiner Radfahr-Begeisterung abgeleitet sehen. „Als Radfahrer kann man immer wieder absteigen und zuhören“, hielt er fest. „Wir schaffen das, es geht um Innsbruck“, versuchte er die Zuhörer in Bezug auf die kommenden Woche zu motivieren.

Bei der letzten Innsbrucker Gemeinderatswahl im Jahr 2012 belegten die Grünen mit 19,1 Prozent den dritten Platz und ergatterten acht Sitze im Gemeinderat. Willi saß bereits von 1989 bis 1994 im Innsbrucker Gemeinderat. 1994 zog er für die Grünen in den Tiroler Landtag ein und wurde gleichzeitig zum Klubobmann gewählt. Diese Funktion übte er schließlich bis 2013 aus, ehe er als Verkehrs- und Tourismussprecher der Grünen in den Nationalrat wechselte. Am 29. Mai 2017 setzte sich Willi bei der Bezirksversammlung der Innsbrucker Grünen mit 74 Prozent gegen die derzeit amtierende Vizebürgermeisterin Sonja Pitscheider durch.


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