Ärzte ohne Grenzen zu Jemen-Konferenz: „Geld allein genügt nicht“

Sanaa/Genf (APA) - Ärzte ohne Grenzen fordert trotz der auf einer Geberkonferenz von der internationalen Gemeinschaft zugesagten rund zwei M...

Sanaa/Genf (APA) - Ärzte ohne Grenzen fordert trotz der auf einer Geberkonferenz von der internationalen Gemeinschaft zugesagten rund zwei Milliarden Dollar (1,62 Mrd. Euro) für die notleidende Bevölkerung im Jemen ein entschiedeneres Vorgehen der Geberländer vor Ort. Die Gelder seien zweifellos dringend notwendig, reichten aber nicht aus, um der Not zu begegnen, erklärte die NGO am Dienstag in einer Aussendung.

Ganze Teile des Landes seien durch die Kämpfe von Hilfsgütern und humanitärer Versorgung abgeschnitten, auch administrative Hürden erschwerten Helfern den Zugang zur Bevölkerung in abgelegenen Gebieten. „Die Menschen stehen vor gewaltigen Herausforderungen, wenn sie medizinische Einrichtungen aufsuchen müssen. Die Importrestriktionen haben dazu geführt, dass der Benzinpreis über die finanziellen Möglichkeiten der Bevölkerung hinaus angestiegen ist. Viele Gesundheitseinrichtungen haben keine medizinische Ausstattung mehr, viele wurden aufgegeben oder durch die brutale Kriegsführung der Konfliktparteien beschädigt“, so Mercedes Tatay, die medizinische Geschäftsführerin von Ärzte ohne Grenzen.

Darüber hinaus warnte Ärzte ohne Grenzen vor politischer Einflussnahme durch die Geber-Regierungen, insbesondere jener, die in den Krieg im Jemen involviert sind. Alleine die Bedürfnisse der Menschen an Ort und Stelle dürften als Entscheidungsgrundlage dafür dienen, wie das Geld eingesetzt werde.

In dem bitterarmen Land auf der Arabischen Halbinsel tobt seit mehr als drei Jahren ein verheerender Bürgerkrieg, der mehr als 10.000 Todesopfer gefordert hat. Rund 22 der etwa 27 Millionen Einwohner des Jemen sind nach Angaben des UNO-Nothilfebüros OCHA nach drei Jahren Bürgerkrieg auf Hilfe angewiesen, vor allem auf Lebensmittel und medizinische Versorgung. Es gebe zudem noch mehr als eine Million Cholera-Fälle.

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~ WEB http://www.un.org/en/ ~ APA349 2018-04-03/15:22


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