Klimastrategie - Wifo-Expertin: Blick aufs ganze System notwendig

Wien (APA) - Wifo-Energieexpertin Angela Köppl sagte, für eine Beurteilung der heute präsentierten Klima- und Energiestrategie müsse man nun...

Wien (APA) - Wifo-Energieexpertin Angela Köppl sagte, für eine Beurteilung der heute präsentierten Klima- und Energiestrategie müsse man nun konkrete Umsetzungsmaßnahmen abwarten. Die von Umweltministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) und Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) vorgelegte Strategie rücke unter anderem den Gebäude- und Verkehrsbereich in den Mittelpunkt, wichtig sei aber der Blick aufs ganze System.

„Was wir in unseren Untersuchungen versuchen, stark in den Vordergrund zu rücken, ist, bei so herausfordernden Zielsetzungen wie Dekarbonisierung bis 2050 eine Systemsicht zu haben“, sagte Köppl am Dienstag zur APA. Man müsse betrachten, wie die einzelnen Bereiche zusammenhängen.

Bei der Präsentation ist auch die Elektromobilität angesprochen worden. Sie gehe eher von der Frage aus: „Wie viel physische Bewegung brauche ich, damit ich meine Mobilitätsbedürfnisse befriedigen kann?“

Die Steuerung des Verbraucherverhaltens bei Energie über den Preis sei eine sinnvolle Maßnahme in einem Instrumentenmix, sagte Köppl. Aber eine grundlegende Systemänderung brauche Anstöße oder Anreize auf verschiedenen Ebenen, etwa bei der Schaffung der entsprechenden Infrastruktur beim Ausbau des Fahrradverkehrs.

Dass Köstinger die Bundesförderung der Wohnbausanierung evaluieren wolle, „ist grundsätzlich etwas, das ich auch als sinnvoll erachte“, sagte Köppl. „Insbesondere ist die Wechselwirkung der Bundesförderung mit der Wohnbauförderung in den Bundesländern zu diskutieren.“

Bei der thermischen Sanierung sei auch zu bedenken, dass man mit der Wohnbauförderung nur einen Teil der Gebäude erfassen könne, da es ja auch viele Büro- und Geschäftsgebäude gebe oder auch den nicht geförderten Wohnbau. Ein effizientes Mittel könnten hier auch Standards und Regulierungen sein.


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