Mit ersten Seitenhieben in den grünen Wahl-Endspurt

Die Innsbrucker Grünen wollen sich nicht von Für Innsbruck vereinnahmen lassen. Georg Willi will 10.000 Wohnungen bis 2025.

Die ersten Listenzehn der grünen Wahlliste mit Bürgermeisterkandidat Georg Willi (2. v.l.): „Ich will ein Bürgermeister für alle sein.“
© De Moor/TT

Von Manfred Mitterwachauer

Innsbruck – Es war die erste richtige Kampfansage der Innsbrucker Grünen in diesem laufenden Wahlkampf gegen Für Innsbruck und deren amtierende Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer. Als „Scharfmacherin“ beim Auftakt in den Wahlkampfendspurt am Dienstag fungierte dabei aber nicht Bürgermeisterkandidat Georg Willi, sondern Klubobfrau und Listenzweite Uschi Schwarzl: „Es ist nicht gottgegeben, dass eine Zusammenarbeit nur mit Noch-Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer erfolgen kann.“ Dass FI in ihrer Wahlkampflinie – ein vierfärbiges C wie Christine – die derzeitige Viererkoalition regelrecht für sich vereinnahme, sei in gewisser Weise „arrogant“: „Wir machen niemandem ein C für ein Z vor“, sagte Schwarzl. Der „Christine“-Story wollen die Grünen nun jene des „Georg“ vorsetzen. Einer, der zwar die Erfolge der bisherigen Koalitionspartner FI, ÖVP und SPÖ wertschätze, der aber auch nicht auf die Trennlinien vergesse. So wisse die SPÖ bis heute nicht, ob sie Opposition oder Regierung sei, die Verkehrspolitik der ÖVP sei aus den 60ern und FI habe die Verbotspolitik zu verantworten, schoss Schwarzl scharf.

Willi selbst gibt sich und den Grünen für die nun folgenden drei letzten Intensivwahlkampfwochen ein klares Ziel: nicht nur „Historisches“ zu schaffen, indem er als erster Grüner den Bürgermeistersessel einer Landeshauptstadt erklimmen will, sondern auch stimmenstärkste Partei zu werden. Das sei zwar angesichts des vergangenen „Katastrophenjahres“ für die Grünen kühn, aber schaffbar, so Willi: „Auch das Landtagswahlergebnis hat uns keiner zugetraut.“ Fix sei nur eines: Eine Koalition mit der FPÖ werde es nicht geben – auch, sollten diese in den Stadtsenat kommen.

Wenig überraschend setzen die Grünen auf zwei Themenschwerpunkte: Wohnen und Verkehr. „Ich stehe zur Fortführung der Wohnbauoffensive“, sagt Willi. Den oft kritisierten Zuzug in die Stadt könne man nicht aufhalten: „Aber wir können ihn gestalten.“ Umso mehr halte er an dem im Öroko festgehaltenen Ziel von 8000 neuen geförderten (Miet-)Wohnungen in der Stadt bis zum Jahr 2025 fest. Hinzukommen müssten aber auch noch gut 2000 Studentenwohnungen. Geld für all das liege im Land bereit – dafür habe die grüne Regierungsbeteiligung gesorgt, sagt Willi. Beim Verkehr will Willi nicht nur die Tram weiter ausbauen, sondern vor allem den Radverkehr fördern.


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