Konsultationen in Rom: Tajani attackiert Fünf Sterne-Bewegung

Rom (APA) - Kurz vor Beginn der Konsultationen zur Regierungsbildung in Rom hat der EU-Parlamentspräsident Antonio Tajani, Spitzenpolitiker ...

Rom (APA) - Kurz vor Beginn der Konsultationen zur Regierungsbildung in Rom hat der EU-Parlamentspräsident Antonio Tajani, Spitzenpolitiker der konservativen Forza Italia um Ex-Premier Silvio Berlusconi, die populistische Fünf Sterne-Bewegung attackiert. Der Fünf Sterne-Spitzenkandidat, Luigi Di Maio, sei „antidemokratisch“, sagte Tajani am Mittwoch.

Der 31-jährige Di Maio hatte sich am Dienstagabend für ein gemeinsames Regierungsprogramm mit der ausländerfeindlichen Lega oder mit der Demokratischen Partei (PD) ausgesprochen. Eine Regierung mit der Unterstützung der mit der Lega verbündeten Forza Italia schloss Di Maio entschieden aus. Die Forza Italia sei eine Partei, die jegliche Reform des politischen Systems blockiere, sagte Di Maio als Gast der vom Kanal La7 gesendeten Polit-Show „DiMartedi“. Di Maios Fünf Sterne-Bewegung hat als stärkste Einzelpartei mit 32 Prozent die Parlamentswahlen am 4. März gewonnen, verfügt jedoch nicht über eine Mehrheit im Parlament.

„Di Maio zeigt keinerlei Respekt für die Fünf Millionen Italiener, die Forza Italia und Berlusconi gewählt haben. Seine Worte sind kindisch. Jedesmal, wenn man Berlusconi attackiert, wachsen die Stimmen der Forza Italia“, sagte Tajani im Interview mit „Radio 1 Rai“ am Mittwoch.

Die Fünf Sterne-Bewegung habe mit 32 Prozent der Stimmen nicht die Wahlen gewonnen, argumentierte Tajani. Die erfolgreichste Formation sei Berlusconis Mitte-rechts-Allianz mit 36 Prozent der Stimmen, in der Forza Italia und Lega das Sagen haben. „Unser Premierkandidat ist Lega-Chef Matteo Salvini“, betonte Tajani, der 1994 mit Berlusconi die Forza Italia gegründet hatte.

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Genau einen Monat nach den Parlamentswahlen in Italien startet Präsident Sergio Mattarella am Mittwochvormittag Konsultationen zur Regierungsbildung. Bei den zweitägigen Gesprächen empfängt Mattarella im Quirinal die Delegationen aller im Parlament vertretenen Parteien. Wem der Staatschef den Auftrag zur Bildung einer Regierung geben wird, ist zurzeit unklar. Eine zweite Konsultationsrunde wird in Rom ab kommender Woche nicht ausgeschlossen.


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