Politik verweigert Widmungen

Das Ansuchen für Zweitwohnsitze, eine Tankstellenerweiterung und der Ausbau der Gastronomie der Infothek wurden abgelehnt.

© Michael Mader

Von Michael Mader

Kufstein –In der Stadtgemeinde Kufstein hält man sich streng an das örtliche Raumordnungskonzept bzw. die Flächenwidmungspläne. Das zeigte sich auch bei der jüngsten Gemeinderatssitzung, wo gleich mehrere Ansuchen um Änderungen von den Mandataren einstimmig abgelehnt wurden.

So hätte die ehemalige Infothek, in der sich derzeit ein Gastronomiebetrieb befindet, auf gleich drei Ebenen ausgebaut werden sollen. Ein Kufsteiner Unternehmer wollte im Untergeschoß eine Bar mit 110 Quadratmetern und direktem Zugang zur Tiefgarage errichten. Im Erdgeschoß war ein Restaurant mit 54 Sitzplätzen im Gastraum und 58 Sitzplätzen auf der Terrasse vorgesehen, im Obergeschoß ein weiteres Restaurant mit 74 Sitzplätzen im Gastraum und 40 Sitzplätzen am Balkon.

In der Ablehnung hieß es, dass es sich bei der vorliegenden Planung nicht um ein untergeordnetes Ausmaß der gastronomischen Einrichtung im Erholungsraum handelt und eine Überarbeitung des örtlichen Raumordnungskonzeptes erst mit der nächsten Fortschreibung im Jahr 2024 möglich sei. Bürgermeister Martin Krumschnabel spricht in diesem Zusammenhang davon, dass die Erweiterung ein erheblicher Einschnitt mitten im Stadtzentrum gewesen wäre: „Zudem gibt es gerade in diesem Bereich keinen direkten Mangel, sondern eine hervorragende Ausgehmeile mit Gastronomie.“

Ebenfalls nicht genehmigt wurde das Ansuchen einer Tankstellenbetreiberin im Bereich des Autobahnzubringers Kufstein-Süd. Dort war geplant, die bestehende Tankstelleneinrichtung um eine Lkw-Tankstelle für Erdgas und eine Elektrotankstelle für Pkw zu erweitern. Auch das Ein- und Ausfahrtssystem hätte geändert werden sollen, damit es zu keinen Rückstaus mehr auf den Autobahnzubringer kommt. „Laut unserer Fachabteilung ist das alles aber auch bei der derzeitigen Widmung möglich, eine Ausweitung wollen wir nicht.“

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Ebenfalls nicht gewünscht ist die Widmung von zwei Freizeitwohnsitzen bei einer derzeit in Bau befindlichen Wohnanlage in der Mitterdorferstraße.

„Wir haben Regeln gemacht und halten die Regeln ein. Dort, wo sie unzureichend sind, ändern wir sie ab – vermutlich noch im heurigen Jahr“, spricht Krumschnabel Ausnahmen für den sozialen Wohnbau an.


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