Hoffnung auf Ruhe keimt in Buch auf

„Wir sind ein Team“ – diese Worte von GR Johannes Röck treffen den Nagel auf den Kopf. Statt Streitigkeiten und Schuldzuweisungen Einzelner rückt in Buch wieder die Sachpolitik in den Fokus.

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Von Eva-Maria Fankhauser

Buch i. T. –Stuhl um Stuhl füllte sich am Mittwochabend der Mehrzweckraum der Gemeinde Buch. Zumindest was die Sitzplätze der Zuhörer anging. Rund 40 Bucher waren gekommen, um mitzuerleben, ob der Gemeinderat beschlussfähig bleibt. Noch spannender war: Wer von der Liste des ehemaligen Bürgermeisters Otto Mauracher füllt die frei gewordenen Sitze im Gemeinderat auf?

„Das ist heute eine ungewöhnliche Sitzung. Es sind weniger Gemeinderäte als üblich vertreten. So viele Zuhörer hatte ich dafür noch nie“, sagte BM Marion Wex. Neun von 15 Mandataren waren anwesend. Mit der Bürgermeisterin waren es sechs Gemeinderäte der Liste Marku­s Mayr. Von der Liste Maur­achers waren drei Mandatare gekommen. Zwei von ihnen – Johanne­s Röck und Helmut Furtner – waren schon zuvor im Gemeindera­t. Josef Lauche­r ist von Listenplatz 29 (von insgesamt 30) nachgerückt. Der Bucher Gemeinderat ist somit beschlussfähig.

Eine leichte Anspannung war kurz vor Sitzungsbeginn zu spüren. Gespannt wurde immer wieder zur Tür geblickt, ob wer noch komme. So mancher hatte erwartet, dass Mauracher als Zuhörer käme. Doch das tat er nicht. Die Sitzung verlief ruhig und ohne Streit oder Diskussion. Tagesordnungspunkte wie etwa jener zur Vergabe der Tiefbrunnenleitung und Oberflächenentwässerung beim Bauhof wurden nicht wie in vorherigen Sitzungen vertagt. „Es hätte das letzte Mal schon pressiert. Es ging aber nicht, obwohl alles genehmigungsfähig war“, sagte BM Wex. Das Projekt wird laut ihr seit 2013 geschoben. „Es muss jetzt erfolgen“, stellte Wex klar. Es sei Gefahr im Verzug. „Es ist budgetiert und dem steht nichts mehr im Wege“, sagte auch Listenkollege GR Markus Mayr. Man solle so schnell wie möglich beginnen. Mit einer Stimmenthaltung war sich der Gemeinderat einig. Auch die Jahresrechnung wurde von den Mandataren abgesegnet.

Nach nur 35 Minuten waren die zwölf Tagesordnungspunkte erledigt. Was fehlte, war die Wahl eines neuen Vizebürgermeisters und die Neubesetzung der Ausschüsse. „Das müssen wir auf die nächste Sitzung verschieben“, erklärte Wex. Es gelte, bestimmte Fristen einzuhalten. Nach der Sitzung wirkte die Stimmung gelöst. Auch, wenn laut BM Wex noch immer versucht wird, Maurachers Listenmitglieder zum Mandatsverzicht zu bewegen. Mauracher war gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Für Röck, Furtner und Laucher war es die richtige Entscheidung, ihr Mandat zu behalten bzw. in Anspruch zu nehmen. Auf sachlicher Ebene sei die Entscheidung schnell klar gewesen, auf emotionaler gab es „schon Überlegungen“. Aber sie haben ein gutes Gefühl. „Dass ich jemals in den Gemeinderat komme, hätte ich mir nicht gedacht“, sagt Laucher im TT-Gespräch schmunzelnd. Die Rückmeldungen aus der Bevölkerung seien bisher positiv. Es gibt laut den drei Mandataren keinerlei Anfeindungen. „Wir haben ja auch vorher schon in den Ausschüssen gut harmoniert“, meinte Röck. Auf die Frage, ob sie drei als Team zusammenhalten oder jeder für sich arbeite, sagte Röck entschieden: „Wir sind ein Team von neun Gemeinderäten.“ Sie wollen Sachpolitik betreiben und alle zusammenarbeiten.


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