Verwunderung über frühen Bergbahn-Schluss

In Jochberg und Kirchberg gibt’s wenig Freude über geschlossene Lifte und Pisten. Die Bergbahn Kitzbühel rechtfertigt sich.

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Von Harald Angerer

Jochberg, Kirchberg –Noch herrschen beste Skibedingungen am Berg, aber die Skisaison neigt sich unweigerlich dem Ende zu. Zu früh zu Ende ging die Skisaison aber manchen in Jochberg und Kirchberg. So wurden in Jochberg die Wagstättbahn und die Talabfahrt mit Dienstag der Woche geschlossen. Diese Bahn ist der Jochberger Einstieg in das Skigebiet der Bergbahn Kitzbühel. „Es sind ja in Bayern noch Ferien und bei uns sind schon die Lifte zu“, ärgert sich ein Jochberger und auch Bürgermeister Günter Resch ist wenig erfreut. „Ich finde das schade, denn da haben wir in dieser Woche sicher etwas verloren. Aber die Bergbahn wird schon ihre Gründe haben.“

Noch früher war heuer am Gaisberg in Kirchberg Schluss. Hier befindet sich neben der Skiabfahrt auch noch die Rodelbahn. Schon am 19. März wurde am Gaisberg der Betrieb eingestellt und die Kirchberger Skiwiese hat noch weit vor der Osterwoche ihren Betrieb eingestellt. Das sorgte für Kopfschütteln in Kirchberg. Vor allem, weil der Ostertermin heuer so früh war und dazu noch die Schneebedingungen gut waren.

Bei den Touristikern in Kirchberg herrscht Verständnis für die Bergbahn Kitzbühel. „Die Bergbahn Kitzbühel hat das Maximale geleistet, es ist nachvollziehbar, dass Lifte gewartet werden müssen. Wir verlieren dadurch sicher keinen Gast“, sagt TVB-Brixental-Geschäftsführer Max Salcher in Bezug auf den Gaisberglift. Anders sieht es hingegen bei der Skiwiese aus. „Bei der Skiwiese bin ich anderer Meinung, hier sehe ich Handlungsbedarf“, sagt Salcher. Hier werde es ein Gespräch des Kirchberger Ortsausschusses mit den Betreibern geben.

Ähnlich auch die Meinung des Kirchberger TVB-Ortsobmanns, Toni Wurzrainer. „Der Gaisberg schmerzt uns nicht, bei der Skiwiese ist es anders. Es ist schade, wenn hier die Chancen nicht erkannt werden“, sagt Wurzrainer. Beim Schatzerlift und der Skiwiese handelt es sich zwar um private Betreiber, aber es sei viel öffentliches Geld in den Betrieb geflossen. „Gespräche wird es sicher geben, vor allem weil ja eine Vertragsverlängerung ansteht.“

„Es gab schlichtweg keine Fahrgäste mehr und wenn keiner fährt, müssen wir zusperren“, begründet der Liftbetreiber Horst Margreiter gegenüber der Tiroler Tageszeitung den frühen Betriebsschluss. „Es ärgert uns selbst, denn erstmals hätten wir auch genügend Schnee gehabt, um länger zu fahren, aber wenn keiner mehr kommt, müssen wir zusperren“, erklärt Margreiter weiter.

Und auch von der Bergbahn Kitzbühel kommt eine ähnliche Begründung. „In Jochberg haben wir deshalb zugesperrt, weil der wichtigste Beherbergungsbetrieb des Ortes ebenfalls geschlossen hat, und ohne Gäste können wir nicht fahren“, sagt Bergbahn-Kitzbühel-Vorstand Josef Burger. Und auch in Kirchberg beim Gaisberg habe man in Absprache mit den Betrieben gehandelt. Der Skibetrieb sei ausgelaufen und die Qualität der Rodelbahn hätte nicht mehr garantiert werden können. Weiters seien noch viele Anlagen der Bergbahn Kitzbühel auch weiterhin in Betrieb. „Wir sind nicht dafür bekannt, als Erstes zuzusperren“, erklärt Burger.


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