Franz Lang bleibt Direktor des Bundeskriminalamts

Wien (APA) - Franz Lang (59) bleibt Direktor des Bundeskriminalamts (BK). Der Vertrag des 2008 als Chef der Zentralstelle amtierenden gebürt...

Wien (APA) - Franz Lang (59) bleibt Direktor des Bundeskriminalamts (BK). Der Vertrag des 2008 als Chef der Zentralstelle amtierenden gebürtigen Salzburgers wird um weitere fünf Jahre verlängert, wie die „Salzburger Nachrichten“ am Mittwoch berichteten.

„Der Antrag auf Verlängerung wurde beim Bundeskanzleramt eingebracht. Die Letztentscheidung liegt nun beim Bundespräsident“, wurde Alexander Marakovits, Sprecher des Innenministeriums, von der Zeitung zitiert. In den vergangenen Wochen war über eine mögliche Ablöse des als ÖVP-nahe geltenden Lang durch Minister Herbert Kickl (FPÖ) gemunkelt worden.

Franz Lang wurde der breiten Öffentlichkeit nach der Seilbahn-Katastrophe von Kaprun bekannt, bei der im November 2000 durch einen Brand 155 Menschen starben. Der Pongauer, damals Leiter der Kriminalabteilung der Gendarmerie in Salzburg, war im TV bei täglichen Pressekonferenzen zu sehen. 2003 wurde er ins Innenministerium geholt und fünf Jahre später zum Direktor des BK bestellt. Überraschend ist dieser Schritt vor allem deswegen, weil Lang als ÖVP-nahe gilt. Die Schlussfolgerung lag also auf der Hand, dass er auf der Liste der möglichen Ablösekandidaten von Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) und seinem Generalsekretär Peter Goldgruber ganz oben stehen könnte. Dem ist nicht so.

Top-Mann der Exekutive

Der Polizei bleibt somit ein Top-Mann erhalten. Wie ein Blick auf den Werdegang des 59-Jährigen unterstreicht. Nachdem Lang sich seine ersten Sporen beim Bezirksgendarmeriekommando Hallein verdient hatte, leitete er ab dem Jahr 2000 die Landeskriminalabteilung Salzburg, war danach stellvertretender Leiter der Generaldirektion für die öffentliche Sicherheit und ab 2008 Chef des Bundeskriminalamts. Zudem war er Kabinettschef von Ex-Innenministerin Maria Fekter.

Hinzu kommen etliche Spezialausbildungen - etwa beim FBI in Quantico, beim Bundeskriminalamt in Wiesbaden oder der europäischen Polizeiakademie in Lyon.

Einer breiten Öffentlichkeit wurde Lang aber vor allem durch die Brandkatastrophe von Kaprun bekannt. Bei dieser starben am 11. November 2000 insgesamt 155 Menschen. „Das hat mein Leben ziemlich verändert. Für viele bin ich nach wie vor das Gesicht von Kaprun“, erzählte Lang in einem früheren SN-Gespräch. Durch Langs ruhige und professionelle Arbeit als Leiter der Ermittlungen wurde auch Ex-Innenminister Ernst Strasser auf den Salzburger aufmerksam. Der Anfang für den Weg in die Bundeshauptstadt war geebnet.


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