In der Nazi-Zeit Haltung bewahrt

Zwei Osttiroler, die nicht Ja sagen wollten, stehen im Mittelpunkt eines Vortrages.

© Markus Bibiza; Sammlung Stadtgem

Von Catharina Oblasser

Lienz –Am 10. April jährt sich die Abstimmung über den Anschluss Österreichs an Hitler-­Deutschland zum 80. Mal. Dieses Datum ist Anlas­s für einen Vortrag im Bildungshaus Osttirol. Termin: Dienstag, 10. April, um 19.30 Uhr. Im ersten Teil der Veranstaltung referiert Gottfried Kalser unter dem Titel „Hakenkreuz und Maurerkelle“ über den Leisacher Maurer und Kirchenmesner Andreas Oberwalder, der bei der Volksabstimmung „Nein“ zum Anschluss sagte. Franz Faustini erzählt im zweiten Teil „Der letzte Kartengruß“ über seinen Onkel Ernst Ortner, der 1945 als Widerstandskämpfer hingerichtet wurde. Beide Referenten sind Angehörige des Bundesheeres und Mitarbeiter im Forum „Mahnmal“, das sich der Zeit von 1938 bis 1945 widmet.

„Über Anschluss-Befürworter wie Kardinal Theodor Innitzer oder Staatsmann Karl Renner ist vieles bekannt. Aber wir wollen in unserem Vortrag von den einfachen Leuten erzählen, die damals weitergedacht haben als die großen Persönlichkeiten“, erklärt Kalser. „Sie hatten den Mut, Haltung zu bewahren.“

In Leisach habe es bei der Abstimmung über den Anschluss genau drei Personen gegeben, die dagegen gestimmt haben, erzählt Kalser. In dem kleinen Dorf waren sie bald namentlich bekannt. Neben Andreas Oberwalder, der wegen seines Widerstandes vielen Repressalien ausgesetzt war, gehörte auch Gottfried Kalsers Tante Maria dazu. Beide überlebten letztlich die Nazi-Diktatur.

Anders bei Faustinis Onkel Ernst Ortner. Er war Unteroffizier in Lienz und schloss sich einer Widerstandsbewegung an. Die Nazis enttarnten die Gruppe 1944, Ortner wurde zum Tode verurteilt und am 22. März 1945 enthauptet.

Der Eintritt zum Vortrag ist frei, keine Anmeldung nötig.


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