Studenten der bekannten Bosporus-Universität in Istanbul verhaftet

Ankara (APA/dpa) - Nach Protesten im Zusammenhang mit der türkischen Militäroperation in Nordwestsyrien sind neun Studenten der renommierten...

Ankara (APA/dpa) - Nach Protesten im Zusammenhang mit der türkischen Militäroperation in Nordwestsyrien sind neun Studenten der renommierten Bosporus-Universität in Istanbul verhaftet worden. Ein Gericht in der Metropole habe Haftbefehl wegen des Vorwurfs der „Propaganda für eine Terrororganisation“ erlassen, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Dienstagabend.

Sechs weitere Studenten seien freigelassen worden. Die Studenten waren schon im März bei einer Razzia auf dem Campus der staatlichen Universität festgenommen worden.

Hintergrund ist ein Vorfall zwischen Befürwortern und Gegnern der Militäroperation im nordwestsyrischen Afrin im März. Eine Gruppe Studenten hatte nach Angaben des Online-Portals Bianet die Süßigkeit Lokum auf dem Campus verteilt, um den aus ihrer Sicht erfolgreichen Militäreinsatz zu feiern. Dagegen hätten die nun verhafteten Studenten unter anderem mit einem Plakat mit der Aufschrift: „Kein Lokum für Invasion und Massaker“ protestiert. Daraufhin seien die beiden Gruppen aneinander geraten.

Die Staatsanwaltschaft wirft den Gegnern des Militäreinsatzes nun vor, die Befürworter angegriffen zu haben. Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hatte die Studenten nach ihrer Festnahme als „Terroristen“ bezeichnet.

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