Potenzieller Merkel-Nachfolger Spahn schließt Kooperation mit AfD aus

Berlin (APA/dpa) - Der als möglicher Merkel-Nachfolger gehandelte deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn hat eine Zusammenarbeit seiner Chr...

Berlin (APA/dpa) - Der als möglicher Merkel-Nachfolger gehandelte deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn hat eine Zusammenarbeit seiner Christdemokraten mit der rechtspopulistischen AfD ausgeschlossen. „Die AfD-Führung ist der NPD heute näher als der Union“, sagte er in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview der „Neuen Zürcher Zeitung“ (NZZ).

Spahn gilt als Sprachrohr des jungen und konservativen Lagers in der CDU und hat seinen Aufstieg insbesondere scharfer Kritik an der Flüchtlingspolitik von Kanzlerin Angela Merkel zu verdanken. Er wird immer wieder mit Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) verglichen. Merkel, die bei der nächsten Bundestagswahl nicht mehr antreten will, holte ihn als Minister in ihr viertes Kabinett.

Spahn nannte „unser Menschenbild, die parlamentarische Haltung, die Sprache“ als Unterscheidungsmerkmale zur AfD. Die CDU/CSU wolle im Gegensatz zur AfD keine Spaltung, sondern eine Gesellschaft, die durch Werte zusammenhalte. „Ich will die AfD überflüssig machen“, sagte er. Eine Koalition mit FDP und AfD nach der nächsten Wahl schloss er aus.

Ausweichend äußerte er sich auf die Frage, ob er SPD-Vizechef Ralf Stegner oder dem AfD-Vizechef Georg Pazderski näher stehe. Stegner wird dem linken Flügel der SPD zugerechnet, Pazderski gilt als vergleichsweise gemäßigter AfD-Politiker. Spahn sagte, dass ihm Pazderski unbekannt sei.

Pazderski widersprach Spahn. Er sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Spahn und seine letzten konservativen Freunde in der Union werden schon bald einen neuen politischen Verbündeten brauchen, wenn sie nicht vollkommen im System Merkel untergehen möchten.“ Künftig werde es „bürgerliche Mehrheiten“ nur noch mit der AfD geben.


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