Separatisten beharren auf Puigdemont als neuen Regierungschef

Barcelona/Berlin (APA/Reuters) - Die katalanischen Separatisten sind auch nach der drohenden Auslieferung ihres Anführers Carles Puigdemont ...

Barcelona/Berlin (APA/Reuters) - Die katalanischen Separatisten sind auch nach der drohenden Auslieferung ihres Anführers Carles Puigdemont an Spanien nicht zu Abstrichen bereit. „Wir wollen, dass Ministerpräsident Puigdemont nach Katalonien zurückkehren kann und dort seine Aufgaben mit aller ihm zustehenden Würde aufnehmen kann“, sagte der katalanische Vize-Parlamentspräsident Josep Costa am Mittwoch in Neumünster.

Costa hatte zuvor den in der norddeutschen Stadt inhaftierten Ex-Regionalpräsidenten besucht. Eine Sprecherin des Oberlandesgerichts in Schleswig teilte mit, es könne noch nicht gesagt werden, wann eine Entscheidung über das spanische Auslieferungsbegehren fallen werde.

Bisher konnte die Mehrheit der Separatisten im Regionalparlament Puigdemont nicht zum Regierungschef wählen, weil der 55-Jährige dafür anwesend sein muss. Die spanische Justiz wirft Puigdemont wegen der Ausrufung der Unabhängigkeit Kataloniens Verfassungsbruch und Rebellion vor und hat einen Europäischen Haftbefehl ausgestellt. Daraufhin wurde Puigdemont in Schleswig-Holstein festgenommen.

„Wir erwarten, dass er in Freiheit entlassen wird“, sagte Costa. In Berlin erklärte eine Regierungssprecherin, die Bundesregierung unterstütze die „klare Haltung der spanischen Regierung“ zur Wahrung der Verfassungsordnung. Zur Frage, ob die spanische Regierung mit der deutschen Regierung wegen Puigdemont in Kontakt gestanden sei, sagte die Sprecherin: „Ich kann ihnen davon nichts berichten, nein.“

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