Nach Datenskandal schränkt Facebook gewisse Zugriffe ein

Facebook nennt erstmals eine konkrete Zahl möglicherweise betroffener Nutzer im Datenskandal um Cambridge Analytica. Es könnten bis zu 87 Millionen sein – in Österreich bis zu 33.568 Nutzer.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg zeigte sich gegenüber Journalisten erneut selbstkritisch.
© Reuters/Stephen Lam

Menlo Park – Im Skandal um die Weitergabe von Daten hat Facebook erste Maßnahmen ergriffen und die Möglichkeit abgeschafft, nach Nutzer-Profilen über Telefonnummer und E-Mail-Adresse zu suchen. Über diese Funktion könnten öffentlich zugängliche Informationen der Mehrheit der Nutzer von außerhalb der Plattform abgesaugt worden seien. Das sind meist Grund-Informationen wie Profilfoto, Stadt oder Arbeitgeber.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg zeigte sich in einer rund einstündigen Telefonkonferenz mit Journalisten erneut selbstkritisch. Facebook habe nicht genug unternommen, um seine Nutzer zu schützen, bekräftigte er. „Das war unser Fehler, das war mein Fehler.“ Zuvor hatte Facebook weitere Einschränkungen für den Zugang von App-Entwicklern zu Nutzerdaten angekündigt. Dazu gehören etwa der Zugang zu Terminen und Informationen über Anrufe auf Smartphones. Für die Mitglieder wird es zudem einfacher, Facebook-Apps zu entfernen.

Zuckerberg hält sich für den Richtigen an FacebookSpitze

Zuckerberg wird am 11. April zu dem Thema im US-Kongress aussagen. Er räumte am Mittwoch auch ein, es sei falsch gewesen, unmittelbar nach der US-Präsidentenwahl im November 2016 den möglichen Einfluss gefälschter Nachrichten bei Facebook auf den Wahlausgang herunterzuspielen. Er hatte erklärt, die Vorstellung sei „verrückt“. Jetzt bezeichnete er seine damalige Äußerung als leichtfertig.

Zuckerberg betonte zugleich, er glaube auch nach den Turbulenzen der vergangenen Wochen und Monate, dass er die richtige Person für die Facebook-Spitze sei. Es gehe darum, aus den Fehlern zu lernen, die unweigerlich passierten.

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Die Kritik im Datenskandal und die Aufrufe, Facebook nicht mehr zu nutzen, hätten die Nutzung des Online-Netzwerks kaum gebremst, sagte Zuckerberg. „Ich glaube nicht, dass es einen bedeutenden Effekt gab.“

Bis zu 87 Millionen User betroffen

Der Datenskandal hat deutlich größere Dimensionen als bisher angenommen. Insgesamt seien die Daten von bis zu 87 Millionen Nutzern „unzulässig“ mit der britischen Datenanalysefirma Cambridge Analytica geteilt worden, teilte der Technologiechef von Facebook, Mike Schroepfer, am Mittwoch mit. Bisher war von rund 50 Millionen betroffenen Nutzern ausgegangen worden. Die meisten der betroffenen Nutzer lebten in den USA, schrieb Schroepfer in einem Firmen-Blogbeitrag.

Aus Österreich sind bis zu 33.568 Nutzer von dem Datenskandal betroffen. Das teilte ein Sprecher des Online-Netzwerks am Donnerstag mit. 13 Personen hätten demnach die betreffende Umfrage-App installiert. Die Zahl der potenziell weiteren Betroffenen – „also Personen, deren Daten möglicherweise mit der App geteilt wurden, weil Freunde sie installiert hatten“ – liegt demnach bei bis zu 33.555.

Die Daten sollen unerlaubt für den Wahlkampf des heutigen US-Präsidenten Donald Trump ausgewertet und genutzt worden sein. Behörden in den USA wie in Großbritannien haben deshalb Ermittlungen eingeleitet. (APA/AFP/dpa, TT.com)


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