Trumps Handelspolitik schreckt deutsche Investoren in den USA ab

Berlin (APA/AFP) - Die deutsche Industrie wird heuer so viel im Ausland investieren wie nie zuvor, aber nicht in den USA. Dies zeige eine Um...

Berlin (APA/AFP) - Die deutsche Industrie wird heuer so viel im Ausland investieren wie nie zuvor, aber nicht in den USA. Dies zeige eine Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) unter 5.000 Unternehmen, berichtet das „Handelsblatt“ (Donnerstagsausgabe).

Jedes dritte im Ausland aktive deutsche Unternehmen will demnach seine Auslandsinvestitionen in diesem Jahr steigern. In Nordamerika wollten aber nur 35 statt wie im Vorjahr 37 Prozent der Firmen neu investieren. „Die neue US-Administration sorgt für Verunsicherung“, sagte DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier dem Blatt. „Der protektionistische handelspolitische Kurs könnte internationale Produktionsketten kappen.“ Deshalb seien Investitionen in den USA schwer planbar.

Zwar habe die US-Steuerreform die Investitionsneigung gefördert - ausgleichen konnte sie die Zurückhaltung jedoch nicht. „Die Ankündigung und teilweise Einführung von amerikanischen Zöllen auf Stahl und Aluminium sowie mögliche Gegenreaktionen machen Teile des positiven Wirkens der Steuerreform wett“, sagte Treier.

Besonders beliebt bei Investoren ist der Umfrage zufolge Europa: 63 Prozent der Betriebe mit Auslandsaktivitäten planen Investitionen in der Eurozone; vor zwei Jahren waren es nur 55 Prozent. „Je stärker der Gegenwind durch protektionistische Tendenzen weltweit zunimmt, desto mehr gewinnt Europa an Bedeutung“, sagte Treier.

Treier erwartet, dass deutsche Unternehmen weltweit in diesem Jahr 200.000 neue Jobs schaffen. Auch Deutschland profitiere: Allein in der Industrie würden 80.000 neue Arbeitsplätze entstehen, in der Gesamtwirtschaft 600.000.


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