Neue Bücher - Peinliche Pubertät, Schlaraffenbauch und Schreibräume

Wien (APA) - **...

Wien (APA) - **

Launige Kurzprosa von Peter Draxl: „Papa Peinlich“

Mit „Das Pubertier“ schrieb Jan Weiler 2014 seinen später von Leander Haußmann verfilmten Bestseller-Roman über das Leben mit einem Teenager. Die mit der Pubertät der Kinder einhergehenden Peinlichkeit hat nun auch der ehemalige Universal Music-Marketingchef Peter Draxl zum Anlass genommen, das Erlebte schriftlich festzuhalten.

In „Papa Peinlich“ schildert der 1970 geborene Kärntner auf 176 Seiten, wie peinlich er, der „Rock‘n‘Roll-Daddy“, seiner 15-jährigen Tochter oft ist. Und umgekehrt. So entsteht in über 40 kurzen Kapiteln ein launiges Porträt einer nicht immer friktionsfreien, aber stets liebevollen Vater-Tochter-Beziehung. Was beim häuslichen Haarefärben, vermeintlich coolen Tätowierungen oder exhibitionistischen Ausrutschern im Modegeschäft so alles passieren kann, erfahren die Leser in den mit viel Selbstironie gespickten Kürzestgeschichten, die zum Schmunzeln - und Wiedererkennen - einladen. (Peter Draxl: „Papa Peinlich“, Milena Verlag, 176 Seiten, 21 Euro, ISBN: 978-3-903184-17-6)

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Gedichte nicht nur für Kinder von Michael Hammerschmid: „Schlaraffenbauch“

Gedichte für Groß und Klein finden sich in der neuen Ausgabe der „Tollen Hefte“ in der Edition Büchergilde: „Schlaraffenbauch“ versammelt - eingebettet in farbenfrohe Illustrationen von Herausgeberin und Zeichnerin Rotraut Susanne Berner - Texte des in Wien lebenden Lyrikers Michael Hammerschmid. In ihnen liefert er poetische Streifzüge durch Fieberschübe, Wetterkapriolen und Gelsenstiche, das Spektrum reicht von der Langeweile über Zöpfe auf Köpfen bis hin zum Nicht-einschlafen-Wollen: „wie kann man einschlafen / wie kann man aufwachen / wie kann man wissen / wie das geht / warum ist das so ein / geheimnis, das man / nicht versteht“.

Das Spiel mit Rhythmus, Reim und lockeren Assoziationsketten macht den schmalen Band auch für erwachsene Leser zum Vergnügen, die Zeichnungen Berners bilden die Worte nicht nur ab, sondern schrauben sie in luftige Höhen weiter, wo Hammerschmid sie schließlich wieder auffängt. Als besonderes Extra liegt der limitierten Auflage ein Poster bei. (Die Tollen Hefte, herausgegeben von Rotraut Susanne Berner: „Schlaraffenbauch. Gedichte“ von Michael Hammerschmid (Text) und Rotraut Susanne Berner (Illustration), Edition Büchergilde, 32 Seiten, 18 Euro. ISBN 978-3-86406-092-2)

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Einblicke in den Schreibprozess von 15 Keiper-Autorinnen: „Wovon zu schreiben ist“

„Wovon zu schreiben ist“ erzählen 15 Autorinnen des Grazer Keiper Verlags und öffnen ihre „Schreibräume“: Auf unterschiedlichste Weise nähern sich u.a. Sophie Reyer, Andrea Wolfmayr oder Petra Ganglbauer ihrer Arbeitsweise und geben - mal mehr, mal weniger deutlich - Einblicke in innere und äußere Entstehungsprozesse. Dies geschieht nicht selten in Gedichtform. So schreibt etwa Ute Eckenfelder: „die unbeschriebene Seite buckelt / wie eine schlecht gelaunte Katze. Ich / fädle mich durch flügellose Tage // von einer Wortgeburt zur anderen“.

„Vom Erschreiben“ berichtet Gertrude Maria Grossegger: „Das Gedicht, das sich lange entspinnt, bevor es sich entpuppt, löst sich mit der Zeit aus dem Kokon, ist da und singt oder murmelt vor sich hin, in sich hinein oder aus sich heraus...“. Reyer wiederum wirft einen Blick in ihre Kindheit: „Sprache hat mich von Anfang an unglaublich fasziniert. Diese Faszination lag vor allem in ihrer Phonetik und nicht in ihrer Semantik“, gibt sie preis, bevor sie sich Themen wie der „subversiven Sprache“ oder dem Mythos der „weiblichen Art zu schreiben“ widmet, um festzustellen: „Für mich hat Poesie auch kein Geschlecht.“

(„Wovon zu schreiben ist. Autorinnen öffnen ihre Schreibräume“, herausgegeben von Anita Keiper, Keiper Verlag, 160 Seiten, 20 Euro, ISBN 978-3-903144-49-1)


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