Lazio vor der Brust: Salzburg plant das nächste Wunder

Den größten Erfolg der Vereinsgeschichte hat Red Bull Salzburg mit dem Viertelfinal-Einzug in der Europa League schon in der Tasche. Heute (21.05 Uhr/Puls 4) hat man im Hinspiel bei Lazio Rom Lust auf mehr.

Findet sich die junge Bullenherde zwischen Haidara und Neo-Teamspieler Xaver Schlager auch in Rom zum gemeinsamen Jubel ein?
© gepa

Von Alex Gruber

Innsbruck – Salzburgs Sportdirektor Christoph Freund reiste gestern nicht mit der Mannschaft nach Rom an. Und aus welcher Himmelsrichtung er dann in Italien bei den Bullen vor dem Lazio-Match landen wird, ließ sich Pressesprecher Christian Kircher nicht entlocken. Was daran spannend ist? Ganz einfach: Mit den starken Auftritten im internationalen Geschäft hat Salzburgs Kader längst Begehrlichkeiten geweckt. Ein Diadie Samassekou (der 22-Jährige aus Mali ist laut Transfermarkt.at mit 15 Millionen gegenwärtig teuerster Bulle), Landsmann Amadou Haidara oder Neo-ÖFB-Teamspieler Xaver Schlager haben sich an der Seite der Routiniers (Goalie Alexander Walke, Linksverteidiger Andreas Ulmer) längst auf viele Transferzettel gekickt – weil die Coolness besagter junger Juwelen, auch in den beiden Duellen gegen Borussia Dortmund, überhaupt nicht an heranreifende Youngsters, sondern viel mehr an abgezockte Profis erinnert hat.

Genau das braucht Salzburg auch heute wieder, wenn es gegen ein gewohnt cooles und gut organisiertes Team aus Italien geht. Da wird der serbisch-spanische Mittelfeldstar Sergej Milinkovic-Savic übrigens mit 70 Millionen Euro taxiert, knapp weniger als Salzburgs komplette Mannschaft (83 Mio.). Aber das sind alles fiktive Summen, die zur Stunde am Rasen genauso wenig Gewissheit verleihen wie die lange Statistik, die das UEFA-Portal ausspuckt:

Es ist zum Beispiel Fakt, dass die Torfabrik aus Rom (73 Liga-Treffer) von den letzten elf Europacup-Heimspielen acht gewonnen und nur eines verloren hat. Oder dass Salzburgs Lauf von 19 ungeschlagenen EC-Spielen auch auf einer Auswärtsstärke von zehn Partien (fünf Siege, fünf Remis mit einem Torverhältnis von 16:6) beruht.

Führt bei Lazio eine feine Klinge – Sergej Milinkovic-Savic.
© imago

Angst ist im Stall der Bullen ein Fremdwort, was Innenverteidiger Caleta-Car untermauert: „Wir fahren mit breiter Brust nach Rom.“ Für den warnenden Ton ist dann wieder Erfolgscoach Marco Rose zuständig, der um Lazios taktische Disziplin und individuelle Qualitäten (z. B. Torjäger Ciro Immobile) weiß. Dass Lazio ähnliche Geschenke wie Dortmund verteilt, die in schnellem Umschaltspiel zu hochkarätigen Chancen führen, scheint am heutigen Abend in der Ewigen Stadt wohl eher ausgeschlossen. Salzburg muss sich im Ballbesitz wohl offensiv auch etwas anders kreieren.

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Zudem fällt mit dem gelbgesperrten südkoreanischen Angreifer Hwang Hee-chan auch die vorderste lästige „Bohrmaschine“ aus. Dafür dürfte der 25-jährige Norweger Fredrik Gulbrandsen an die Seite von Munas Dabbur rücken. Das Konzept ist bekannt. Und hinten muss man vielleicht auch auf die ein oder andere Glanztat von Torhüter-Routinier Walke hoffen, der heute sein 200. Pflichtspiel für die Salzburger bestreitet.

Salzburg fühlt sich bereit für den nächsten großen Coup. Im Wissen, dass es als Außenseiter wieder zwei Ausnahmetage benötigt. 1996 stand Rapid im Europapokal der Pokalsieger als letztes österreichisches Team in einem Halbfinale, um Feyenoord zu eliminieren. Träumen ist ja erlaubt.

Europa League - Viertelfinale

Lazio Rom - FC Salzburg 21.05 Uhr - live Puls4

RB Leipzig - Olympique Marseille 21.05 Uhr

FC Arsenal - ZSKA Moskau 21.05 Uhr

Atletico Madrid - Sporting Lissabon 21.05 Uhr

Rückspiele:

12. April

Halbfinale:

26. April bzw. 3. Mai

Finale:

16. Mai in Lyon.


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