Altenwohn- und Pflegeheim wird am Mesnerfeld gebaut

Nachdem verschiedene Standorte in Kössen geprüft wurden, fiel die Entscheidung auf das Mesnerfeld. Kritik gibt es dafür von der FPÖ.

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Von Miriam Hotter

Kössen –Seit geraumer Zeit hegt die Gemeinde Kössen Pläne für ein neues Altenwohn- und Pflegeheim, in dem auch Einheiten für betreutes Wohnen und der Sozialsprengel untergebracht werden. Nun steht fest, wo der Neubau errichtet werden soll: auf dem rund 9000 m² großen „Mesnerfeld“ (hinter Billa). Das verkündete Bürgermeister Reinhold Flörl bei der jüngsten Gemeinderatssitzung.

Im Vorfeld wurden neben dem Mesnerfeld (im Besitz der Gemeinde) weitere Standortmöglichkeiten geprüft. Das so genannte „Sternfeld“ (ebenfalls im Besitz der Gemeinde) angrenzend an die Pension Florian stellte sich allerdings als ungeeignet heraus, so Flörl. Ebenso habe man Pläne mit einem Grundstück südlich des Tennisplatzes verworfen, nachdem sich die Gemeinde mit den Grundbesitzern hinsichtlich eines Grundtausches nicht einigen konnte. Am Ende fiel die Wahl deshalb auf das Mesnerfeld.

Mit kritischen Augen betrachtet Emanuel Daxer (FPÖ) die Entscheidung. „Ich hätte mir einen zentrumsnäheren Standort für das neue Altenwohn- und Pflegeheim gewünscht. Die Bewohner suchen gerne die Kirche und den Friedhof auf, zwischen dem Mesnerfeld und der Kirche liegen aber rund 650 Meter.“ Zudem ortet Daxer eine verpasste Chance, den Ortskern zu beleben. „Die Leute würden nach dem Besuch ihrer Angehörigen im Heim vielleicht noch in ein Wirtshaus oder in ein Café gehen“, sagt Daxer.

Andere Gemeinderäte verteidigen das Mesnerfeld. „Die Lage ist schön, andere Gemeinden würden uns dafür beneiden. Bei anderen Standorten hätte es sicher auch Gegenargumente gegeben“, meint etwa Johann Knoll. Auch Hans-Peter Schwentner ist mit der Entwicklung zufrieden. „Das Mesnerfeld ist nicht mein favorisierter Standort, aber ich bin froh, dass endlich etwas weitergeht.“ Dem Standort Mesnerfeld stimmte der Gemeinderat schließlich mit 16:1 Stimmen zu.

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Bürgermeister Reinhold Flörl kann Daxers Bedenken verstehen. „Es gehört zu unserer Aufgabe, die Bewohner am Dorfleben teilhaben zu lassen.“ In welcher Art und Weise das möglich sein kann, wird Teil des Architektenwettbewerbes sein. Laut Flörl sollen die Architekten außerdem herausfinden, ob womöglich auch ein Kindergarten Platz im neuen Altenwohn- und Pflegeheim findet. Allerdings betrachtet er den Standort aus verkehrstechnischen Gründen als nicht optimal.

Der Architektenwettbewerb wird unter der Leitung von Michael Fuchs aus Innsbruck stattfinden. 2019 soll mit dem Bau begonnen werden.

Über die Finanzierung habe sich der Bürgermeister bei anderen Gemeinden erkundigt, die in der Vergangenheit bereits ähnliche Projekte realisiert haben. Eine „vage Kostenschätzung“ beläuft sich auf zehn bis 13 Mio. Euro.


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