Italiens Landwirtschaftsminister Martina will PD-Führung übernehmen

Rom (APA) - Der Interims-Chef von Italiens Demokratischer Partei (PD), der scheidende Landwirtschaftsminister Maurizio Martina, will seine G...

Rom (APA) - Der Interims-Chef von Italiens Demokratischer Partei (PD), der scheidende Landwirtschaftsminister Maurizio Martina, will seine Gruppierung aus der Krise holen. Der 39-jährige Lombarde reichte seine Kandidatur für den PD-Vorsitz ein.

Bei der am 21. April geplanten PD-Nationalversammlung gehen mehrere Kandidaten ins Rennen um die Nachfolge des zurückgetretenen Matteo Renzi. Zu ihnen zählen auch der Präsident der mittelitalienischen Region Latium mit der Hauptstadt Rom, Nicola Zingaretti, der Präsident der Region Piemont, Sergio Chiamparino, sowie Industrieminister Carlo Calenda. Bei der Parteiversammlung soll die künftige politische Strategie der PD bestimmt werden, die bei den Parlamentswahlen am 4. März auf ein historisches Tief von 18 Prozent gesunken ist, was Renzi zum Rücktritt bewogen hatte.

Martina bekräftigte, dass die PD weder eine Allianz mit der Fünf-Sterne-Bewegung noch mit der rechtspopulistischen Lega abschließen werde. Die Partei werde in Opposition gehen. „Die Italiener haben mehrheitlich für die Lega und die Grillo-Bewegung (die Fünf Sterne, Anm.) gestimmt, jetzt sollen diese Kräfte das Land regieren, wenn sie dazu fähig sind. Die PD wird Italien als Oppositionspartei fungieren“, sagte Martina. Er bekräftigte sein volles Vertrauen in Staatspräsident Sergio Mattarella, der einen Ausweg aus dem politischen Stillstand in Rom finden muss und zurzeit politische Konsultationen führt. Martina leitete am Donnerstagvormittag die PD-Delegation, die Mattarella bei den Sondierungsgesprächen traf.

Einige PD-Schwergewichte drängen die Partei zu einer Allianz mit der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung, die mit 32 Prozent der Stimmen stärkste Einzelpartei wurde. Der Präsident der Region Apulien, Michele Emiliano, führt die Front der PD-Spitzenpolitiker an, die den Dialog mit der Bewegung um den Starkomiker Beppe Grillo starten wollen. Sie drängen auf ein Referendum unter den Parteimitgliedern, um deren Zustimmung zu einer Regierung mit der populistischen Partei zu sondieren. Das Thema einer möglichen Allianz mit der Fünf-Sterne-Bewegung ist äußerst umstritten in der Partei.

TT-ePaper gratis lesen

Die Zeitung ab sofort bis auf Weiteres kostenlos digital abrufen

TT E-PaperTT E-Paper

Kommentieren