Giftaffäre - Russland fordert Prüfung seiner „legitimen Fragen“

New York/Den Haag (APA/AFP) - In der Affäre um den vergifteten Ex-Doppelagenten Sergej Skripal hat der russische Außenminister Sergej Lawrow...

New York/Den Haag (APA/AFP) - In der Affäre um den vergifteten Ex-Doppelagenten Sergej Skripal hat der russische Außenminister Sergej Lawrow weitere Vorwürfe gegen Großbritannien erhoben. Die britische Regierung könne „legitime Fragen“ Russlands nicht übergehen, sagte Lawrow am Donnerstag vor einer für den Tag geplanten Sitzung des UNO-Sicherheitsrates, in der Moskau den Fall thematisieren will.

Lawrow erneuerte die Forderung nach einer „substanziellen und verantwortlichen“ Untersuchung in Übereinstimmung mit der Chemiewaffen-Konvention. Skripal und seine Tochter Julia waren am 4. März im englischen Salisbury vergiftet worden. Die britische Regierung macht Moskau für den Giftanschlag auf den ehemaligen russischen Doppelagenten verantwortlich; Russland weist jede Verantwortung zurück.

Der Fall hat zu der schwersten diplomatischen Krise zwischen Russland und Großbritannien sowie zahlreichen weiteren westlichen Staaten seit dem Kalten Krieg geführt. Viele westliche Staaten wiesen russische Diplomaten aus, worauf Russland ebenfalls mit Ausweisungen reagierte. Die Sitzung des UNO-Sicherheitsrats am Donnerstag wurde von Russland beantragt.

Bei einer Sondersitzung der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) war Moskau zuvor am Mittwoch mit seinem Bestreben gescheitert, in die Ermittlungen in der Skripal-Affäre einbezogen zu werden. Der OPCW-Exekutivrat war auf Bitten Russlands kurzfristig zusammengekommen. Die britische Regierung hatte bereits zuvor die internationalen Chemiewaffenexperten der OPCW gebeten zu ermitteln. Ein Ergebnis liegt bisher noch nicht vor.

TT-ePaper gratis lesen

Die Zeitung ab sofort bis auf Weiteres kostenlos digital abrufen

TT E-PaperTT E-Paper

~ WEB http://www.un.org/en/sc/ ~ APA190 2018-04-05/11:39


Kommentieren