Urteil im Prozess gegen Südkoreas Ex-Präsidentin Park erwartet

Seoul (APA/dpa) - Im Korruptionsprozess um die frühere südkoreanische Präsidentin Park Geun-hye soll am Freitag das Urteil gesprochen werden...

Seoul (APA/dpa) - Im Korruptionsprozess um die frühere südkoreanische Präsidentin Park Geun-hye soll am Freitag das Urteil gesprochen werden. Das Verfassungsgericht hatte die 66 Jahre alte konservative Politikerin im März des vergangenen Jahres von ihrem Amtspflichten enthoben. Später wurde sie verhaftet und wegen Korruption, Machtmissbrauch und anderer Vorwürfe angeklagt.

Im Prozess vor dem Bezirkgericht in Seoul hatte die Staatsanwaltschaft eine Haftstrafe von 30 Jahren für Park gefordert. Das Bezirksgericht entscheidet in dem Fall in erster Instanz.

Unklar war, ob Park am Freitag vor Gericht erscheinen wird, wie die nationale Nachrichtenagentur Yonhap am Donnerstag berichtete. Seit Oktober des vergangenen Jahres boykottiert sie ihren Prozess, nachdem das Gericht ihre Untersuchungshaft verlängert hatte.

Der Skandal um Park hatte das Land monatelang aufgewühlt. Eine Schlüsselfigur in dem Skandal ist die umstrittene Park-Freundin Choi Soon-sil, die im Februar zu 20 Jahren Haft verurteilt wurde. Park wird unter anderem vorgeworfen, ihrer einstigen Vertrauten die Einmischung in die Regierungsgeschäfte erlaubt zu haben, obwohl diese kein öffentliches Amt innehatte.

In dem Prozess gegen Choi sahen es die Richter als erwiesen an, dass beide Frauen zusammengearbeitet hatten, um Unternehmen wie der Samsung-Gruppe hohe Summen für Organisationen der Präsidenten-Freundin abzunötigen. Park hatte die Vorwürfe bestritten.

Die Südkoreaner hatten Ende 2012 Park als erste Frau ins Präsidentenamt des Landes gewählt. Ihr Nachfolger ist der sozialliberale Moon Jae-in, der im Mai 2017 bei einer vorgezogenen Wahl gewählt wurde.


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