Syrische Armee bereitet offenbar Offensive im Süden von Damaskus vor

Damaskus (APA/AFP) - Die syrischen Regierungstruppen bereiten offenbar eine neue Offensive auf die Bastionen der Jihadistenmiliz „Islamische...

Damaskus (APA/AFP) - Die syrischen Regierungstruppen bereiten offenbar eine neue Offensive auf die Bastionen der Jihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) im Süden von Damaskus vor. Seit Sonntag würden Regierungstruppen und verbündete palästinensische Milizen für eine Offensive auf das Viertel Yarmouk und angrenzende Bezirke zusammengezogen, erklärte die „Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte“ am Donnerstag.

Die in Großbritannien ansässige, oft als oppositionsnah bezeichnete, Beobachtungsstelle bezieht ihre Angaben von Informanten in Syrien. Sie können von Medien kaum überprüft werden.

Das palästinensische Flüchtlingslager Yarmouk und die angrenzenden Viertel Hajar al-Aswad und Tadamun werden seit 2015 großteils von IS-Kämpfern kontrolliert. Im März eroberten diese zudem das Viertel Qadam, das kurz zuvor vom ehemaligen Al-Kaida-Ableger Hayat Tahrir al-Sham (HTS) im Zuge einer Vereinbarung mit der Regierung geräumt worden war. Bei dem IS-Angriff wurden dutzende Regierungskämpfer getötet.

Bei der Offensive zur Eroberung von Yarmouk würden die palästinensischen Milizionäre an vorderster Front stehen, erklärte die Beobachtungsstelle. Demnach bleiben noch einige hundert IS-Kämpfer in Yarmouk, nachdem die HTS-Miliz als Teil einer Abmachung mit der Regierung aus dem Viertel abgezogen war.

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Yarmouk war Ende 2012 zunächst an die islamistischen Rebellen gefallen, bevor es von der IS-Miliz übernommen wurde. Nach einer wochenlangen Offensive stehen die Regierungstruppen kurz vor der Rückeroberung der letzten Rebellenbastion Duma in Ost-Ghouta. Nach ihrer Einnahme werden Yarmouk und die angrenzenden Viertel die letzten Gebiete im Umfeld von Damaskus sein, die sich der Kontrolle der Regierungstruppen entziehen.


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