Mit der Erbschaft der Mutter Dopingsubstanzen gekauft - Prozess

Wien (APA) - Äußerst ungeschickt hat ein 26-Jähriger in den Verkauf illegaler Dopingsubstanzen einsteigen wollen. Der Wiener investierte ein...

Wien (APA) - Äußerst ungeschickt hat ein 26-Jähriger in den Verkauf illegaler Dopingsubstanzen einsteigen wollen. Der Wiener investierte eine 10.000 Euro schwere Erbschaft seiner Mutter, um eine Vielzahl unterschiedlicher Substanzen erhalten. Zum Verkauf in einem Fitnesscenter ist es nicht mehr gekommen, weil er sich die Mitgliedschaft nicht mehr leisten konnte, erzählte er am Wiener Landesgericht.

Der junge Mann stand am Donnerstag wegen Vergehen nach dem Anti-Doping-Gesetz, dem Suchtmittelgesetz und dem Arzneimittelgesetz vor Gericht. Vom Vergehen gegen das Arzneimittelgesetz - die Substanzen waren nämlich gefälscht - wurde er freigesprochen. Für den Kauf der Dopingmittel im Internet und für den geplanten Verkauf erhielt der 26-Jährige von Richter Harald Kaml eine Diversion. Er muss einen Pauschalkostenbeitrag von 250 Euro leisten und erhielt eine Probezeit von zwei Jahren.

Der mittlerweile arbeitslose Orthopädietechniker hatte Ende 2015 die Erbschaft gemacht und wollte das Geld sofort gewinnbringend investieren. In seinem Fitnesscenter schnappte er bei einem Gespräch im Umkleideraum auf, dass es über eine Internetseite recht leicht sei, Testosteron und Anabolika zu kaufen. Er wollte die Substanzen erwerben und sie in seinem Sportclub profitabel verkaufen.

„Ich kenn mich damit nicht aus“, meinte er. Deshalb bestellte er ein angepriesenes „Komplettpaket“ um 10.000 Euro. „Was genau da drinnen ist, weiß ich bis heute nicht.“ Als er das Paket aus Tirol erhielt, schickte er sein gesamtes Vermögen an den Verkäufer. Ein Fehler, wie sich später herausstellte, denn somit konnte er sich die Mitgliedschaft für das Fitnesscenter nicht mehr leisten und die muskelfördernden Mittel nicht mehr an den Mann bringen. So schlummerte das Paket ein dreiviertel Jahr unberührt unter seinem Bett. Nur einige Testosteron-Fläschchen konsumierte er selbst. Da es sich um Fälschungen handelte, war die Einnahme ohne Erfolg.

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Als er im Oktober 2016 delogiert wurde, fand der Exekutor die illegalen Substanzen und verständigte die Polizei. „Ein Spargeltarzan wollte Arnold werden“, kommentierte sein Anwalt Nikolaus Rast im Schlussplädoyer.


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