Wiener Städtische 2017 mit Rekordschäden aus Naturkatastrophen

Wien (APA) - Die Wiener Städtische Versicherung hat 2017 einen Rekord bei den Schäden aus Naturkatastrophen verzeichnet: Für Hagel, Hochwass...

Wien (APA) - Die Wiener Städtische Versicherung hat 2017 einen Rekord bei den Schäden aus Naturkatastrophen verzeichnet: Für Hagel, Hochwasser und Sturm wurden österreichweit rund 48.000 Schäden mit einem Volumen von 107,6 Mio. Euro gemeldet, gab die Wiener Städtische am Donnerstag bekannt. Der bisherige Spitzenwert lag im Jahr 2009 bei rund 90 Mio. Euro.

Die Schäden aus Naturkatastrophen summierten sich in den vergangenen zehn Jahren auf mehr als 700 Mio. Euro. Unwetter würden immer häufiger und heftiger. Für den Anstieg im Vorjahr waren vor allem die Unwetter in der zweiten Jahreshälfte verantwortlich, wie etwa Starkregen, Hagel und orkanartige Windböen im Osten Österreichs im Juli oder der Sturm „Herwart“ Ende Oktober. Prämienverteuerungen werde es wegen der hohen Naturkatastrophen-Schäden heuer nicht geben, die Wiener Städtische habe die Rückversicherung unter Dach und Fach, so Generaldirektor Robert Lasshofer am Donnerstag vor Journalisten. Mittelfristig könnten sich aber mögliche teurere Rückversicherungen auch auf die Kunden auswirken.

Die Fusion mit der ebenfalls mehrheitlich zur Vienna Insurance Group (VIG) gehörenden s Versicherung sei auf Kurs. Wenn die Behörden zustimmen, sollen die beiden Versicherungen mit September rückwirkend per Jahresbeginn 2018 verschmolzen werden. Damit entstehe der größte Lebensversicherer Österreichs. Die neue Gesellschaft wird mehr als 3 Mrd. Euro Prämieneinnahmen und 22 Mrd. Euro veranlagtes Volumen haben. Die beiden Marken werden beibehalten. Eine Fusion mit der VIG-Tochter Donau Versicherung sei nicht beabsichtigt.

Die Wiener Städtische habe trotz der höheren Unwetter-Schäden bei der Combined Ratio (Schäden und Kosten gemessen an den Einnahmen) mit 92,1 Prozent den historisch besten Wert seit der Aufspaltung von Wiener Städtischer und Vienna Insurance Group (VIG) erzielt, so Lasshofer. Der Vorsteuergewinn (Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit) lag im Vorjahr bei 141,3 Mio. Euro, nach 182 Mio. Euro 2016. Grund für den Rückgang waren Einmaleffekte im Jahr 2016 wie etwa die Rückzahlung aus der Heta-Anleihe, die im Vorjahr nicht mehr anfielen.

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Die Prämieneinnahmen lagen 2017 mit 2,31 Mrd. Euro um 0,7 Prozent unter Vorjahr. Zuwächse gab es in der Schaden/Unfallversicherung (+1,5 Prozent auf 1,25 Mrd. Euro) und in der Krankenversicherung (+2,2 Prozent auf 393,3 Mio. Euro). In der Lebensversicherung gingen die Prämieneinnahmen um 6,1 Prozent auf 671,3 Mio. Euro zurück. Grund dafür war, dass man die Einmalerläge zurückgenommen habe - sie sanken um 31 Prozent. In der klassischen Lebensversicherung liegt die Gesamtverzinsung insgesamt bei 2,5 Prozent. Bei der Zukunftsvorsorge betrugen die Prämieneinnahmen 150 Mio. Euro bei rund 250.000 Verträgen. An Versicherungsleistungen insgesamt wurden im Vorjahr 1,8 Mrd. Euro ausbezahlt, das entspricht 7,3 Mio. Euro pro Tag.

Auch heuer ist das Geschäft gut angelaufen. In den ersten zwei Monaten sei die Schaden/Unfallversicherung stark gewachsen, so Lasshofer. Hier wirke die gute Konjunktur positiv. Zuwächse habe es auch in der Krankenversicherung gegeben, vor allem bei ambulanten Tarifen.

~ ISIN AT0000908504 WEB https://www.wienerstaedtische.at/privat.html

http://www.vig.com ~ APA381 2018-04-05/15:13


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