Am Spieljoch wird weitergebaut

Kaum ist die Wintersaison vorbei, wird am Spieljoch wieder gebaut. Die Fügener Bahn soll auch im Sommer mit Attraktionen am Berg locken. Die 3S-Bahn für den Zusammenschluss hängt noch in der Warteschleife.

© Fankhauser

Von Eva-Maria Fankhauser

Fügen –Da machten einige Touristiker große Augen. Eigentlich wird beim Tourismusstammtisch in Fügen über Dinge diskutiert, die den Leuten gerade unter den Nägeln brennen oder die im Ort so passieren. Doch beim 33. Stammtisch ging es hoch hinaus. Im Seminarraum der Bergstation der Spieljochbahn gab Seilbahner Heinz Schultz Einblicke in die Bahn und was die Fügener sowie ihre Gäste künftig noch erwarten wird.

So mancher Hotelier oder Vermieter war zum ersten Mal seit der Rundumerneuerung am Spieljoch. „Das ist ja der Wahnsinn hier oben“, hieß es. Die Euphorie scheint noch immer ungebrochen. Und das, obwohl so manches noch in der Warteschleife hängt.

Bis dato wurde das Projekt der 3S-Umlaufbahn, die mit nur drei Stützen die Skigebiete Spieljoch und Hochzillertal verbinden soll, noch nicht eingereicht. Das bestätigt auch die oberste Seilbahnbehörde in Wien. Laut Schultz sollte es aber bald so weit sein. Worauf er wartet? Die Zustimmung der Gemeinde Fügenberg sei noch ausständig. Die Gemeinderatssitzung Ende April verzögere das Eiltempo von Schultz. Die ersten Bescheide für den Bau sollten aber laut Schultz schon vorher eintrudeln, wie etwa jener der Luftfahrt. Planerisch habe man nun alles hinbekommen, um die rekordträchtige Bahn zwischen den zwei Berggipfeln übers Tal zu spannen. Vor allem das Aufstellen der Stützen wird laut Schultz ein Spektakel. „140 Meter misst die höchste Stütze“, verrät er. 2680 Personen pro Stunde sollen in den 36 Gondeln transportiert werden. „Im Sommer hängt die Bahn weiter durch als im Winter“, sagt Schultz. Das habe mit der Wärme und Ausdehnung des Seiles zu tun. Die Bergstation soll auf einem Almboden im Bereich der Kreidlalm entstehen. Auf der Kaltenbacher Seite werden für den Anschluss ein Sessellift und eine Gondelbahn gebaut, die bis zum Zillertal Shuttle aus Hochfügen hinaufführt.

„Soll die 3S-Bahn auch im Sommer offen haben?“, wollte ein Fügener beim Stammtisch wissen. „Das wissen wir noch nicht. Ich könnte es mir aber vorstellen, wenn die Frequenz passt. Probieren wollen wir es“, sagte Schultz. Daher werde aus dem „kalten 3er-Sessel“ aufs Onkeljoch eine Gondelbahn, damit man mit Kinderwagen und Co. bis zur Peak-to-Peak-Bahn komme.

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Schultz blickt dem Projekt entspannt entgegen. Obwohl gemunkelt wird, dass es noch eine Hürde zu nehmen gelte. Als benachbartes Skigebiet könnten die Eigentümer von Hochfügen die Zustimmung zum Projekt verweigern. Das wird seitens der Hochfügener aber dementiert. „Wir sind keine Boykottierer. Dieses Projekt wertet die ganze Region auf“, sagt GF Helmut Grünbacher. Laut ihm ist man mit Schultz in Abstimmungsgesprächen. Er bestätigt auch, dass ein Lift von der Hochfügener Seite aufs Wetterkreuz zur 3S-Bahn geplant ist.

Im Herbst 2019 will Schultz mit dem Bau beginnen. „Später sollte es nicht werden“, meint er. Das entspräche dem Zeitplan, der beim Verkauf der Spieljochbahn von der Gemeinde an die Schultz Gruppe festgelegt wurde. Was passiert, wenn nicht gebaut wird? „Vertraglich haben wir das so festgelegt, dass der Baustart vom Bescheid abhängt“, sagt Mainusch. Kurzum: Sobald ein positiver Bescheid da ist, muss Schultz loslegen. Dass Bescheide dauern können, ist Mainusch bewusst. Er hofft, dass alle behördlichen Angelegenheiten im nächsten Jahr geklärt werden und 2020 mit dem Bau gestartet wird. Zwei Jahre soll der Bau dauern.

Morgen endet die Wintersaison am Spieljoch. Doch Stillstand gibt es dort oben keinen. Schultz will sofort mit den ersten Schritten für die Sommersaison starten. Von 2. Juni bis Ende Oktober sollen ein eigenes Kinderschaubergwerk, ein Seilgarten, ein neuer Panorama-Flying-Fox und Spielbereiche entstehen. Ein Highlight soll eine so genannte „Nepalbrücke“ bzw. Seilbrücke am Speicherteich werden. Ein Ziel von Schultz ist es, die Saisonen zu verlängern bzw. ganzjährig ein Programm zu schaffen. Dazu will er auch die Touristiker ins Boot holen.

In der Warteschleife für den Sommer hängen weiterhin die Singletrail-Strecken. „Für diesen Sommer ist nichts geplant“, sagt Maximilian Schultz. Das Interesse sei zwar da, aber derzeit gingen andere Baustellen vor.

Gebaut werden soll z. B. an einer zweiten Piste im Bereich Untergäns und an einer Unterführung für Skifahrer beim Hotel Waldfrieden.


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