Türkei warnt Frankreich vor Unterstützung syrischer Kurden

Istanbul/Damaskus (APA/AFP) - Die Türkei hat Frankreich vor einer Unterstützung der kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) in Nordsyri...

Istanbul/Damaskus (APA/AFP) - Die Türkei hat Frankreich vor einer Unterstützung der kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) in Nordsyrien gewarnt. Der türkische Präsidentensprecher Ibrahim Kalin mahnte Frankreich am Donnerstag, „nicht denselben Fehler wie Amerika“ zu machen, indem es Soldaten in die Stadt Manbij entsende.

Zuvor hatte Ankara bereits gedroht, französische Soldaten würden „zum Ziel“ werden, sollten sie mit „Terroristen“ kooperieren.

Die türkische Armee geht seit Jänner mit verbündeten syrischen Rebellen in der nordsyrischen Region Afrin gegen die YPG vor. Die Türkei betrachtet die Gruppe wegen ihrer engen Verbindungen zur Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) als Bedrohung und will sie nach Afrin auch aus anderen grenznahen Gebieten vertreiben. Insbesondere hat Ankara gedroht, eine Offensive auf die von der YPG kontrollierte Stadt Manbij zu starten.

Dies droht zu einem direkten Konflikt mit den USA zu führen, die die YPG im Kampf gegen die Jihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) mit Waffen, Luftangriffen und Spezialkräften unterstützen. Neben US-Einheiten sollen auch französische Spezialkräfte in Manbij stationiert sein. Laut der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte befinden sich insgesamt 350 Soldaten der internationalen Anti-IS-Koalition in der Stadt.

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Frankreich macht keine Angaben zum Einsatzort seiner Truppen in Syrien, doch berichteten türkische Medien von 50 bis 100 französischen Soldaten in Manbij. Sollte dies wahr sein, würde die Türkei bei Frankreich Protest einlegen, sagte Kalin. Französische Regierungsvertreter hätten aber versichert, dass die Entsendung von Truppen nach Manbij „nicht infrage“ komme, sagte der Sprecher von Präsident Recep Tayyip Erdogan.

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron hatte vergangene Woche zum Ärger Erdogans im Elysee-Palast Abgesandte der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) empfangen, zu denen die YPG gehören. Anschließend hatte Macron angeboten, zwischen den SDF und der Türkei zu vermitteln. Dieses Angebot war auf wütende Ablehnung bei Erdogan gestoßen, der Paris eine „völlig verfehlte Vorgehensweise“ in der Frage vorwarf.


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