Die Eiskanal-Fusion steht weiter auf wackeligen Beinen

Während der Rodelverband eine „Eiskanal-Ehe“ nur unter Bedingungen eingehen würde, will sich der Bobverband heute zur Zukunft äußern.

Österreichs Skeletonis fahren einer ungewissen Zukunft entgegen.
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Von Günter Almberger

Innsbruck – Schulden, gegenseitige Vorwürfe, zu spät oder nicht bezahlte Gehälter und Spesen – der Österreichische Bob- und Skeletonverband (ÖBSV) sorgte in den vergangenen Monaten immer wieder abseits des Eiskanals für Negativ-Schlagzeilen. Seit Mittwoch ist das „Theater“ um ein Kapitel reicher. Skeleton-Nationaltrainer Michael Grünberger wurde mit Ende März gekündigt. ÖBSV-Sportkoordinator Christian Auer wollte sich gegenüber der TT nicht dazu äußern, er verwies auf eine Pressekonferenz des Verbandes, die heute stattfinden soll.

Eine Fusion zwischen dem ÖBSV und dem Österreichischen Rodelverband (ÖRV), die besonders von der Politik gewünscht wird, steht immer mehr auf wackeligen Beinen.

„Unter den aktuellen Voraussetzungen ist eine Fusion kein Thema“, erklärte ÖRV-Präsident Michael Bielowski. Die Bedingungen, die auf der ÖRV-Länderkonferenz vor eineinhalb Jahren aufgestellt worden sind, würden immer noch bestehen. So müsse der ÖBSV von allen Altlasten befreit sein, alle vier Sportarten (Kunstbahn-, Naturbahnrodeln, Skeleton und Bob) müssen eine mittelfristige Perspektive haben und die Kosten der Fusion müssen durch Dritte (öffentliche Hand) übernommen werden. „Von diesen Bedingungen wurde bis heute großteils nichts erfüllt“, betont Bielowski, für den der ÖBSV „chronisch unterfinanziert ist“. Nachsatz: „Wir sind nicht am Ball!“

ÖRV-Sportdirektor Markus Prock will vorerst den Rodelverband „auf die nächste Stufe heben“. „Wir haben unsere Konzepte für die Zukunft fertig, wollen diese den Institutionen und Sponsoren demnächst präsentieren. Damit wir auch weiterhin Erfolge wie zuletzt bei den Winterspielen einfahren können“, so Prock.

Bevor die „Eiskanal-Ehe“ geschlossen wird, gilt es noch einige Probleme aus dem Weg zu räumen. Vielleicht wird bereits heute damit begonnen.


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