Innsbruck-Wahl: Federspiel sieht nur bei Duell gegen Willi Siegchance

Innsbruck (APA) - Der Spitzenkandidat der FPÖ für die Innsbrucker Gemeinderats- und Bürgermeisterdirektwahl am 22. April, Rudi Federspiel, s...

Innsbruck (APA) - Der Spitzenkandidat der FPÖ für die Innsbrucker Gemeinderats- und Bürgermeisterdirektwahl am 22. April, Rudi Federspiel, sieht nur bei einer Stichwahl gegen den Grünen Georg Willi, eine Chance auf den Bürgermeistersessel. Müsse er hingegen gegen Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer (FI) in eine mögliche Stichwahl am 6. Mai, werde er wohl verlieren, sagte Federspiel im APA-Interview.

„Ich kenne viele in ÖVP-Kreisen, die sagen: ‚Den Willi wollen wir nicht haben‘. Da setze ich schon auf alle Bürgerlichen. Denn dann müssen sie sich entscheiden“, zeigte sich Federspiel im Falle eines blau-grünen Duells optimistisch. Das blaue Urgestein sieht dann sowohl die Mehrheit der Volkspartei-Wähler als auch jene der Bürgermeisterliste Für Innsbruck (FI) und der SPÖ auf seiner Seite. Willi gebe sich nur „bürgerlich angehaucht“, in Wahrheit sei er „grün-links“. „Diese Milde, die er ausstrahlt, ist nur gespielt. Er ist ein Wolf im Schafspelz“, griff der FPÖ-Frontmann seinen Kontrahenten scharf an.

Bei einem Stichwahl-Duell gegen Oppitz-Plörer würden sich hingegen dann viele gegen die FPÖ und seine Person vereinen und hinter der Bürgermeisterin versammeln, zeigte sich Federspiel überzeugt. Mit welchem der beiden er als unmittelbaren Konkurrenten um den Bürgermeistersessel rechne, wollte der 68-Jährige nicht einschätzen. Ein „Ausscheiden“ von Oppitz-Plörer am 22. April, noch vor der Stichwahl, wäre aber „schon eine Sensation“.

Die Stimmung für ihn sei jedenfalls so gut wie nie zuvor, gab er sich zuversichtlich. Und im Unterschied zu den vergangenen Wahlkämpfen - Federspiel ist seit 1989 in der Stadtpolitik tätig - würden ihn die Bürger nicht nur als Oppositionspolitiker sehen, sondern könnten ihn sich auch sehr gut als Bürgermeister vorstellen. „Das Echo ist sehr positiv. Ich habe noch nie so viel Zuspruch erlebt. Ich glaube, dass jetzt die politische Erntezeit ist“, so Federspiel, der einmal mehr bekräftigte, als Bürgermeister eine „bürgerliche Koalition“ bilden zu wollen - mit Für Innsbruck und der ÖVP als erste Ansprechpartner. Als Wahlziel hatte der in der Landeshauptstadt als „Law and Order“-Mann bekannte Federspiel das Erreichen von 20 Prozent und acht Mandaten bei der Listenwahl ausgegeben. Bei der Gemeinderatswahl im Jahr 2012 war er noch als Spitzenkandidat seiner eigenen „Liste Federspiel“ angetreten und hatte 7,9 Prozent eingefahren. Die Stadt-FPÖ landete knapp dahinter und kam auf 7,7 Prozent.

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Der blaue Bürgermeisterkandidat ortete einen weit verbereiteten „Frust“ in der Innsbrucker Bevölkerung. Die Stadtkoalition aus FI, Grünen, SPÖ und ÖVP hätte über die Köpfe der Menschen hinweg entschieden, verwies der frühere Landtagsklubobmann etwa auf die neue Patscherkofelbahn. Und attackierte einmal mehr Oppitz-Plörer, die er im Wahlkampf abwechselnd als „Schuldenbürgermeisterin“, „Schuldenkaiserin“ oder „Masseverwalterin“ tituliert: „Wir haben allein 70 Millionen Euro an Bankschulden. Als Oppitz-Plörer 2010 angefangen hat, waren es rund 770.000 Euro.“ Als erste Maßnahme als Bürgermeister würde er daher einen „Kassasturz“ in Angriff nehmen. Dieser soll noch vor dem Sommer ein klares Bild der finanziellen Lage der Stadt abgeben. Bis Ende des Jahres soll dann ein umfassendes Sparpaket geschnürt werden.

Auf keinen Fall gespart werden dürfe jedenfalls bei der Sicherheit - nach wie vor das „Leib- und Magen-Thema“ Federspiels im Wahlkampf. Und dabei setzt er vor allem auf die Regierungsbeteiligung der FPÖ im Bund - und vor allem „auf meinen alten Freund, Innenminister Herbert Kickl“. Dieser wird auch in der kommenden Woche in Innsbruck zugegen sein und quasi Wahlkampfhilfe für seinen Parteifreund leisten. Die Polizei müsse in Innsbruck aufgestockt werden - „auch auf der Straße“. Zudem werde unter einem FPÖ-Bürgermeister die Videoüberwachung ausgebaut, kündigte er an. Hinsichtlich der „kriminellen Nordafrikanerszene“ in der Landeshauptstadt stelle er seit Kickls Amtsantritt eine „leichte Verbesserung“ fest: „Es werden bereits viel mehr abgeschoben.“ Das „Migranten-Problem“ sei aber auch in Innsbruck nach wie vor drängend. „Das liegt vor allem auch daran, dass Oppitz-Plörer 2015 heftig ‚Willkommen geklatscht‘ hat“, ätzte der FPÖ-Stadtparteiobmann.

~ WEB http://www.fpoe.at ~ APA197 2018-04-06/11:10


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