Van Staa will mit Senioren Finanzstadtrat werden

Sollte der Tiroler Seniorenbund in den Stadtsenat einziehen, möchte der Listenfünfte das Finanzressort. Um Vorzugsstimmen kämpfe er aber nicht.

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Von Michael Domanig

Innsbruck –„Die Politik in Innsbruck war noch nie so schwach aufgestellt wie jetzt“, diagnostizierte Helmut Kritzinger, Obmann und Listenzweiter des Tiroler Seniorenbundes (TSB), bei der gestrigen Listen- und Programmpräsentation. „Die Tatsache, dass zwölf Listen kandidieren, legt davon ein beredtes Zeugnis ab.“ Dem TSB hingegen würden „Lebenserfahrung und Profil“ dabei helfen, „bessere Lösungen zu finden“.

Spitzenkandidat Reinhold Falch bezeichnete den TSB als „die bürgerliche Alternative für alle Innsbrucker, natürlich mit Schwerpunkt Seniorenpolitik“. In Innsbruck gebe es ca. 30.000 Pensionsempfänger, Tendenz stark steigend. Für diese „Mega-Herausforderung“ gelte es u. a., die Pflege zukunftssicher zu organisieren. Besonders pflegende Angehörige seien „finanziell und sozial besser abzusichern“.

Der langjährige Flughafenmanager Falch verlangt zudem einen „Turnaround“ bei den Stadtfinanzen, eine „Rückkehr zur Sparsamkeit – dieses Wort scheint im Wortschatz unserer Politiker nicht mehr vorhanden zu sein“. Weitere Forderungen des TSB: „noch mehr Präsenz von Polizei und MÜG“, „verstärkte Kontrolle der Zuwanderung“, eine Neuregelung der Vergaberichtlinien bei städtischen Wohnungen nach dem Motto „Innsbrucker zuerst“, bessere Koordination von Baustellen und Ampelschaltungen und eine Parkraumbewirtschaftung nur bis 19 Uhr.

Aufhorchen ließ dann der prominente Listenfünfte Herwig van Staa: Er sei bereit, als Ersatz-Gemeinderat mitzuwirken. „Sollten wir aber die Möglichkeit erreichen, ein Stadtsenatsmitglied zu stellen, wäre mein Ziel, Finanzstadtrat zu werden. Mit der Unterstützung des Seniorenbundes mache ich der Bevölkerung dieses Angebot.“ Dass er es könne, habe er als Bürgermeister bewiesen. Dennoch werde er keinen Vorzugsstimmenwahlkampf führen, stellte van Staa klar: „Ich will, dass der Seniorenbund an sich stärker wird.“

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Zur Koppelung mit der ÖVP meinte Kritzinger, dass diese „wegen der gemeinsamen christlich-sozialen Werte“ erfolge, in sachpolitischen Fragen entscheide der Seniorenbund aber „völlig autonom“. Der Listenvierte Hanns Forcher-Mayr nannte als Unterschiede zur ÖVP etwa eine „kritische Haltung“ zur neuen Stadtbibliothek, zum „Black Monster“ Haus der Musik oder zur „Kofelbahn neu“.


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