Jeunesse 2018/19: „Kick off“-Woche, Nachwuchsförderung und neue Abos

Wien (APA) - Ein erweiterter „Kick off!“ zu Saisonbeginn, ein verstärkter Schwerpunkt bei der Musikvermittlung, Ausbau der „Start up! Vorkon...

Wien (APA) - Ein erweiterter „Kick off!“ zu Saisonbeginn, ein verstärkter Schwerpunkt bei der Musikvermittlung, Ausbau der „Start up! Vorkonzerte“ sowie neue Abozyklen bilden die Eckpunkte der heute, Freitag, präsentierten „Jeunesse“-Saison 2018/19. Mit einem Streifzug durch das 650 Veranstaltungen umfassende Programm unterstrich die künstlerische Leiterin Antonia Grüner die Vielfalt des Gebotenen.

Nach dem großen Erfolg bei der Einführung der „Kick off!“-Tage im vergangenen Jahr setzt man heuer von 18. bis 23. September auf einen sechstägigen Auftakt der Konzertsaison, laut Grüner „die Zelle, aus der die Vielfalt der Saison entspringt“. Auf dem Programm stehen neben einem Jeunesse-Tag in der Brotfabrik (22.9.) mit u.a. Wiener Blond oder den norwegischen Barokksolistene auch eine Offene Probe sowie ein Konzert des Bruckner Orchesters im Musikverein oder ein Konzert im RadioKulturhaus, bei dem sich die junge Cellistin Julia Hagen und der junge Organist Eivind Berg vorstellen. Sie sind Teil jener jungen Künstler, deren Karriere die Jeunesse seit Jahren aktiv begleitet. So will Grüner vermehrt auf Einbindung junger Künstler in Konzerten setzen, „um die nachhaltige Förderung des Nachwuchses“ zu gewährleisten.

Dazu zählt etwa der Ausbau der seit der laufenden Saison etablierten „Start up! Vorkonzerte“, in denen junge Musiker bei Konzerten in ganz Österreich sich in halbstündigen Programmen vor großen Konzerten dem Publikum vorstellen können. Zu den 34 aufgelegten Abozyklen zählen heuer auch drei neue Schienen: Mit „Composing Europe“ will man die österreichischen EU-Ratspräsidentschaft begleiten und eine „Reise durch das musikalische Europa“ unternehmen, bei der „ein großer Bogen von vertrauten und neuen Klängen gespannt“ werden soll. Internationale Kammerorchester bringt der neue Zyklus „Orchester en miniature“ in die Konzertsäle, darunter das Londoner Ensemble Camerata Alma Viva oder das finnische O/Modernt Kammarorkester. Der dritte neue Zyklus nennt sich „Von der großen Sehnsucht“ und soll „von den Sehnsüchten und Träumen erzählen, in denen sich Musik mit dem Urgrund des Seins verbündet“.

Auch internationale Stars wie Andris Nelson und Valery Gergiev finden sich im Programm wieder, beide leiten je eine öffentliche Probe der Wiener Philharmoniker. Als Gastdirigenten sind etwa Andres Orozco-Estrada, der designierte Chefdirigent der Wiener Symphoniker, Susanna Mälkki oder Franz Welser-Möst zu erleben. Das „Jeunesse-Special“ rückt den Schlagwerk-Jungstar Lukas König in den Fokus. Neues gibt es auch im Musikvermittlungsprogramm, das Kinder ab 1 Jahren in die Welt der Klassik einführt: Für die Piccolo-Schiene (ab 6 Jahren) gibt es mit der „Reise um die Welt in fünf Konzerten“ ein neues Konzept und mit „Mitten im Klang“ widmet man sich erwachsenen Zuhörern, denen man mit interaktiven Workshops und Konzerten unter dem Motto „Museum trifft Musik“ einen anderen Blick auf Musik eröffnen will.

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Rund 8.000 Volksschulkinder erreicht man mit „Musik zum Angreifen“: Heuer gibt es zwei Auftragsproduktionen mit den Titeln „Zu Hause kann überall sein“ mit Musik der jungen kroatischen Komponistin Mirela Ivicevic und „La Princesse de Lamour Damour“ mit Musik von Jörg Ulrich Krah, das sich „auf äußerst verspielte und märchenhafte Weise dem Thema Homosexualität annimmt“, wie es heißt. Auch für Oberstufenklassen gibt es künftig eigene Konzerte. Den niederschwelligen Zugang will man auch weiterhin mit vergünstigten Preisen für Jugendliche bis 26 Jahren erhalten. „Jeunesse nach Maß“ ist eine Alternative zu den klassischen Zyklen: Der „Boarding Pass“ bietet Interessenten zu fixen Preisen den Kauf von Restkarten in der besten verfügbaren Kategorie an der Abendkasse, das „Surprise“-Abo bietet spontane Überraschungen an. Das „Abo7up“ gestaltet sich als Wahlabo für sieben Konzerte.

Die Vielfalt des Programms werde nach wie vor sehr gut angenommen, freute sich die kaufmännische Geschäftsführerin Alexandra Jachim über den „ungebrochenen großen Zuspruch“. Die Auslastung der Konzerte betrage österreichweit 85 Prozent, der Eigendeckungsgrad liege bei 62 Prozent. Bei den „Start up!“-Konzerten mit jungen Musikern liege die Auslastung bei 90 Prozent. Verabschieden muss sich das Jeunesse-Team allerdings von seinen Büros im Konzerthaus, das die Räumlichkeiten künftig selbst benötigt. Von den Subventionsgebern und den Sponsoren erhofft sich Jachim weiterhin Treue. Ohne sie wäre „Jeunesse“ unmöglich.

(S E R V I C E - www.jeunesse.at)


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