SV-Träger - Wiens SP-Chef Ludwig kündigt Gespräch mit Bund an

Wien (APA) - Auch in Wien gehen seit der Ankündigung des Bundes, dass die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt (AUVA) wohl aufgelöst wird, ...

Wien (APA) - Auch in Wien gehen seit der Ankündigung des Bundes, dass die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt (AUVA) wohl aufgelöst wird, die Wogen hoch. Nun hat der designierte Bürgermeister, SPÖ-Landesparteichef Michael Ludwig, angekündigt, das Gespräch mit den Verantwortlichen suchen zu wollen. Befürchtet wird eine Gefährdung der Versorgung verunfallter Personen. Auch Wiener AUVA-Vertreter protestieren.

Ludwig will mit dem Bund reden, um die im Raum stehende Schließung der AUVA-Unfallkrankenhäuser Lorenz-Böhler und Meidling zu verhindern. „Das wäre aus vielerlei Hinsicht eine ganz schlechte Entwicklung“, sagte er in einer Pressekonferenz am Freitag. Die beiden Standorte seien für die gesamte Ostregion wichtig - und hätten sich eine hohe Kompetenz erarbeitet. Ludwig versicherte, dass es ein „großer Verlust“ wäre, wenn es diese beiden Häuser, die auch international hohes Ansehen genießen würden, nicht mehr geben sollte. „Ich werde alles daran setzen, um hier nicht nur mein persönliches, sondern auch politisches Gewicht in die Waagschale zu werfen“, kündigte er an.

Der Vorsitzende der AUVA-Wien und Landesgeschäftsführer der Gewerkschaft Bau-Holz Wien, Rudolf Silvan, und die Betriebsratsvorsitzenden des in den beiden Spitälern angesiedelten Traumazentrums Wien, Manfred Rabensteiner, Robert Rois, Peter Redl und Manfred Zeitlberger, zeigten sich in einer Aussendung ebenfalls empört. Sie nahmen Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) ins Visier. Diese zeichne sich durch ein „völliges Unverständnis für die Menschen in unserem Land“ aus, hieß es.

Die AUVA leiste durch ihre Präventionstätigkeit einen wesentlichen Beitrag zu Sicherheit und Gesundheit in Österreichs Betrieben und habe wesentlichen Anteil daran, dass die Zahl der Arbeitsunfälle im Lauf der vergangenen Jahre deutlich reduziert werden konnte, versicherte Silvan: „Nicht umsonst hat die Zahl der Arbeitsunfälle 2017 einen historischen Tiefstand erreicht. Diese Erfolge kommen nicht von ungefähr. Wer die AUVA in Frage stellt, verübt einen Anschlag auf Sicherheit und Gesundheit der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.“

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Wer für die Versorgung der Betroffenen künftig aufkomme, wenn die AUVA zerschlagen werde, scheine die Ministerin nicht zu interessieren, mutmaßte der Gewerkschafter. „In den medizinischen Einrichtungen der AUVA werden tagtäglich Spitzenleistungen erbracht. Es ist beschämend, dass das Engagement dieser Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von einer Gesundheitsministerin gering geschätzt wird, indem der Träger dieser Einrichtungen in Frage gestellt wird“, befanden die Betriebsratsvorsitzenden des Traumazentrums Wien.

„Offenkundig ist man zugunsten des Profitinteresses einiger weniger Großkonzerne bereit, die Sicherheit der arbeitenden Menschen und die Unfallversorgung der Bevölkerung Österreichs und damit im wahrsten Sinn des Wortes Menschenleben aufs Spiel zu setzen. Dieses Ansinnen wird auf unseren entschlossenen Widerstand stoßen“, kündigten Silvan und die Betriebsratsvorsitzenden Protestmaßnahmen an.

Auch FCG-Landesgeschäftsführer Fritz Pöltl ortete eine „massive Protestwelle“. Hartinger-Klein habe als Grund für die beabsichtigte Schließung angegeben, dass die von der Regierung geforderten Einsparungen von 500 Millionen Euro bei der AUVA nicht erbracht werden könnten. „Da ist die Ministerin offensichtlich äußerst schlecht informiert“, sagte der Christgewerkschafter in einer Aussendung. Die Einsparungen würden auf Punkt und Beistrich erfüllt.

„Die Schließung der Unfallkrankenhäuser Lorenz Böhler und Meidling hätte für die Wiener fatale Folgen“, warnte auch Pöltl vor „voreiligen“ Entscheidungen: „In der aktuellen Reformphase der AUVA würde dieser Schritt das gesamte Sozialversicherungssystem erschüttern.“


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