Integration läuft etwas zaghaft

Die Stadtgemeinde Kufstein will mit Deutschkursen in Moscheen die Integration ankurbeln. Bislang nehmen aber nur 16 Frauen teil.

Flüchtlinge bei einem Deutschkurs in Innsbruck. (Archivbild)
© Julia Hammerle

Von Michael Mader

Kufstein –In einem eigens erstellten Integrationskonzept der Stadtgemeinde Kufstein soll – wie berichtet – geklärt werden, wie die Integration von Zugewanderten in Kufstein in absehbarer Zukunft aussehen soll und welche Maßnahmen dafür notwendig werden.

In einer ersten Fokusgruppe „Bildung und Integration“ waren Kindergartenleiterinnen und Schulleiterinnen der Pflichtschulen vertreten. Dabei trat klar hervor, dass das Erlernen der deutschen Sprache oft auf der Strecke bleibt. Mit ein Grund, warum das Bemühen in dieser Hinsicht intensiviert wurde und man heuer Deutschkurse auch in den türkischen Moscheen anbietet. Birgit Obermüller, Obfrau des Ausschusses für Bildungsangelegenheiten und Integration, glaubte, dass viele Frauen das Angebot so eher annehmen würden.

Während von einer Moschee das Angebot aber überhaupt abgelehnt worden war, sind bei den Aleviten mittlerweile sieben Frauen und beim Türkischen Kulturverein in der Blumengasse neun Frauen in Ausbildung. „Es werden von Mal zu Mal mehr. Auch Mütter sollten mit den Lehrpersonen kommunizieren können. Dann besteht Hoffnung, dass der Wert von Bildung erkannt wird. Denn welche Mutter will nicht das Beste für ihr Kind?“, sagt Obermüller. Tatsache sei für sie aber auch, dass parallele Strukturen aufgebaut werden, mit eigenen Kindergärten und Schulen. Ein türkischer Verein etwa hätte einen Zuschuss für Instrumente für den Musikunterricht haben wollen. „Dafür wird es von der Stadt sicher keine Förderung geben. Wir wollen, dass die Kinder bei uns in die Musikschule gehen. Das Gegenargument war, dass dort die türkische Laute nicht unterrichtet wird“, erzählt Obermüller.

Vergleichsweise gut angelaufen sei allerdings das so genannte ABC-Café, ein niederschwelliges Bildungsangebot für Personen mit nichtdeutscher Erstsprache, die ihre Deutschkenntnisse verbessern wollen und mehr über das Leben in Österreich erfahren möchten. Der Großteil der Teilnehmer sind Personen, die als Flüchtlinge nach Österreich gekommen sind und aus Afghanistan stammen. Bei acht Personen ist das Herkunftsland die Türkei – hier waren es aber nur Mütter. Teilweise erlauben die Ehemänner den Frauen nicht, an Kursen teilzunehmen, die auch von anderen Männern besucht werden, heißt es in einem Zwischenbericht. Aus diesem Grund gibt es ein eigenes ABC-Café für Männer.


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