Ein Todesopfer bei neuen Zusammenstößen an Grenze zum Gazastreifen

Jerusalem/Gaza/Berlin (APA/AFP/Reuters/dpa) - Bei neuen Zusammenstößen an der Grenze zwischen Israel und dem Gazastreifen ist am Freitag min...

Jerusalem/Gaza/Berlin (APA/AFP/Reuters/dpa) - Bei neuen Zusammenstößen an der Grenze zwischen Israel und dem Gazastreifen ist am Freitag mindestens ein Palästinenser erschossen worden. Etwa 40 weitere Menschen wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums des Gazastreifens durch Schüsse verletzt.

Protestierende Palästinenser setzten Reifen in Brand, um eine „Rauchwand“ als Sichtschutz zu errichten, und warfen Steine in Richtung israelischer Soldaten. Die Soldaten setzten Tränengas ein und feuerten Schüsse ab. Die israelische Armee erklärte, Hunderte von Palästinensern hätten an fünf Orten an der Grenze des Gazastreifens „randaliert“. Die Soldaten hätten Anweisung, die Unruhen zu beenden.

Am Freitag vergangener Woche hatten Zehntausende Palästinenser an der Grenze zu Israel für ein Rückkehrrecht vertriebener Palästinenser demonstriert. Bei Zusammenstößen wurden 19 Palästinenser getötet und laut palästinensischen Behördenangaben mehr als 750 weitere verletzt.

Das Vorgehen der israelischen Armee löste international Kritik aus. Die deutsche Regierung äußerte sich besorgt über möglicherweise gezielte Schüsse der israelischen Armee auf Palästinenser. Alle Maßnahmen zur Verteidigung von Israels Sicherheitsinteressen müssten „verhältnismäßig“ sein, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts am Freitag in Berlin. „Demonstranten dürfen nicht beschossen werden“, betonte er.

Ebenso dürfe auf palästinensischer Seite das Recht auf freie Meinungsäußerung und friedlichen Protest nicht missbraucht werden. „Die große Anzahl der Schussverletzten lässt sich kaum mit einer maßvollem Anwendung des Rechts auf Selbstverteidigung in Einklang bringen“, sagte der Sprecher.

Die Palästinenserproteste sollen noch bis Mitte Mai dauern. Israel feiert am 14. Mai den 70. Jahrestag seiner Staatsgründung. Diese sehen die Palästinenser als Katastrophe (arabisch „Naqba“) an. Im Zuge des Ersten Arabisch-israelischen Krieges direkt nach der Staatsgründung flohen mehr als 700.000 Palästinenser oder wurden vertrieben. Sie fordern ein Rückkehrrecht; Israel lehnt dies ab.


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