Raiffeisengenossenschaft Osttirol auf Expansionskurs

Die Osttiroler Bauernvereinigung kann erneut auf solides Wachstum verweisen. Neubauten und Grunderwerbe zeigen die Wirtschaftskraft, während alte Besitztümer dem Verfall ausgesetzt sind.

Dieses Ackerland muss in wenigen Wochen dem Neubau des Haus- und Gartenmarktes weichen.
© Blassnig

Von Christoph Blassnig

Lienz –Heute endet das Ausschreibungsverfahren für den Neubau des Haus- und Gartenmarktes am großen Gelände der Raiffeisen Genossenschaft Osttirol (RGO) westlich von Lienz. In wenigen Wochen starten die Bauarbeiten. In einem Jahr soll das Gebäude, das direkt an den Maschinenring angrenzen wird, in Dienst gestellt werden. Zur Bundesstraße hin werden Parkplätze auf die Verkaufsstelle aufmerksam machen. Während am alten Standort in der Josef-Schraffl-Straße die Verkaufsfläche nur etwa 600 Quadratmeter betrug, das Lager dagegen doppelt so groß war, wird die Marktfläche im Erdgeschoß des Neubaus 1200 Quadratmeter ausmachen.

Direktor Thomas Diemling erklärte die Summe von zehn Millionen Euro, die in nächster Zeit investiert würde, unter anderem eben mit dem Neuba­u des HG-Marktes. Zusätzlich würden die Tankstellen im Bezirk saniert – auch jene Nahversorgungszapfsäulen in Osttiroler Gemeinden, die allesamt einen Rückgang aufwiesen. Diemling: „Aufgrund des vorausgesagten Umbruches durch die Elektromobilität planen wir hier nur noch fünf bis zehn Jahre voraus.“

Die Werkstätten der RGO Technik platzten förmlich aus allen Nähten und würden erweitert, so Thomas Diemling.

Ganz neu und mit großem Aufwand betrieben wird gerade die Aufnahme von 60.000 Produkten in einen Online-Shop, der bis Jahresende mit Kollegen in Greifenburg und Klagenfurt erstellt wird. „Wir brauchen zukünftig beide Verkaufskanäle“, meint der Direktor: „Online und stationär.“

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Während am 25.000 Quadratmeter großen Grundbesitz in der Stadt die Gebäude altern beziehungsweise dem Verfall ausgesetzt sind, ist der Bauerngenossenschaft am unter Anrainern nicht unumstrittenen Standort des Mischfutterwerkes ein strategischer Coup gelungen. „Bei der uns angebotenen Fagerer-Villa mit 2500 Quadratmetern Grund haben wir rasch zugegriffen und den Standort damit abgesichert“, so Diemling. Das Mischfutterwerk produzierte im letzten Jahr ein Rekordergebnis von 47.000 Tonnen.

Obmann Franz Ganeider sieht die Raiffeisen-Genossenschaft weiter im Aufwärtstrend.
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Den Gebäudezustand der Versteigerungshalle am Grundstück in der Stadt bezeichnete Obmann Ganeider als „gealtert“, den der Stallungen und des Stadels gar als „ruinenähnlich“.

In der 76. Ordentlichen Generalversammlung wurde der Aufsichtsrat der RGO neu gewählt. Der Untertilliacher Josef Lugger kandidierte nach insgesamt 28 Jahren im Aufsichtsorgan der Osttiroler Bauernvereinigung nicht mehr für eine neue Periode. Die letzten 22 Jahre lang zeichnete er als Aufsichtsratsvorsitzender für den Kurs verantwortlich. In kurzen Worten gab Lugger zu bedenken: „Schauen wir uns an, wo wir stehen. Wenn wir die RGO nicht hätten, müssten wir sie heute gründen. Glück auf für die Zukunft!“ Obmann Franz Ganeider charakterisierte Lugger als „Bauer, Wirt und Funktionär mit Leidenschaft“, der stets ausgleichend und kollegial agiert habe.

Auch Luggers Stellvertreter Martin Mayerl zog sich von diesem Amt zurück. Er war halb so lang wie Lugger im Aufsichtsrat und seit 2014 dessen Stellvertreter. Mit den beiden legte auch Thaddäu­s Leiter aus Außervillgraten nach 32 Jahren Funktionärszeit sein Aufsichtsratsmandat in neue Hände.

Ehemalige Stallungen und der Stadel in der Stadt sind laut Obmann Franz Ganeider als ruinenähnlich zu bezeichnen.
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In schriftlichen Wahlgängen wurde ein sechsköpfiges Gremium bestellt. Den Vorsitz hat nun Raimund Steiner aus Matrei inne, der 58 von 60 Stimmen verzeichnen konnte. „Ich werde mein Motto beibehalten“, sagte Steiner: „Vertrauen gut. Kontrolle besser.“ Zu seinem Stellvertreter wurde Johann Lusser aus Strassen einstimmig gewählt. Die vier weiteren Aufsichtsräte sind der Außervillgrater Bürgermeister Josef Mair, Karl Unterweger aus Assling, Markus Putzhuber aus Huben und Thomas Zwischenberger aus Dölsach.


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