Unerwartet geringer US-Stellenzuwachs - Kaltes Wetter im März bremst

Washington (APA/Reuters/dpa) - Die US-Wirtschaft hat im März auch wegen des kalten Wetters so wenige Jobs geschaffen wie seit einem halben J...

Washington (APA/Reuters/dpa) - Die US-Wirtschaft hat im März auch wegen des kalten Wetters so wenige Jobs geschaffen wie seit einem halben Jahr nicht mehr. Die Regierung in Washington meldete am Freitag in ihrem Arbeitsmarktbericht 103.000 neue Stellen. Experten hatten einen fast doppelt so starken Zuwachs erwartet, nachdem es im Februar noch ein Plus von 326.000 Jobs gegeben hatte.

Die getrennt ermittelte Arbeitslosenquote verharrte den sechsten Monat in Folge bei 4,1 Prozent. Damit bleibt die US-Notenbank ihrem Ziel der Vollbeschäftigung ganz nahe. Sie hatte auch deshalb im März die Zinsen um einen Viertelpunkt erhöht.

Niedriger war die Arbeitslosenquote zuletzt im Jahr 2000. Bereits seit vergangenem Oktober verharrt die Arbeitslosenquote bei 4,1 Prozent. Seit etwa acht Jahren geht die Arbeitslosigkeit in den USA tendenziell zurück. 2010 war sie noch deutlich höher gewesen. Die Arbeitslosenquote hatte damals nahe 10 Prozent gelegen.

„Die verhältnismäßig magere Zahl neu geschaffener Stellen ist nicht etwa auf die laufende Zolldiskussion zurückzuführen, sondern vielmehr auf die frostigen Temperaturen im März“, sagte der Chefvolkswirt der VP Bank, Thomas Gitzel. „Das Wetter hinterlässt also einmal mehr seine Bremsspuren.“ So wurden in der Baubranche Jobs abgebaut, ebenso im Einzelhandel. Commerzbank-Ökonom Christoph Balz betonte, dies ändere aber nichts am Gesamtbild. „Der US-Arbeitsmarkt stößt an die Grenzen der Vollbeschäftigung. Um eine Überhitzung zu vermeiden, wird die Fed die Zinsen weiter anheben.“

Die meisten Experten rechnen im Jahresverlauf mit zwei weiteren Zinsschritten. Die Notenbank erwartet, dass auch die für einen Aufschwung ungewöhnlich niedrige Inflation in Gang kommt und sich dann um das Ziel von 2,0 Prozent einpendeln wird. Im März legten die für die Inflationsentwicklung wichtigen Stundenlöhne im Schnitt um 0,3 Prozent zum Vormonat zu und damit stärker als erwartet. Im Vergleich zum Vorjahresmonat lag das Plus bei 2,7 Prozent. „Der nun klar erkennbare Aufwärtstrend bei den Löhnen spricht für eine zunehmende Knappheitssituation am Arbeitsmarkt“, sagte Gitzel.


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