Israels Ex-Militärgeheimdienstchef fordert US-Eingreifen in Syrien

Tel Aviv (APA/dpa) - Amos Jadlin, ehemaliger Chef des israelischen Militärgeheimdienstes, hat nach einem mutmaßlichen Chemiewaffenangriff mi...

Tel Aviv (APA/dpa) - Amos Jadlin, ehemaliger Chef des israelischen Militärgeheimdienstes, hat nach einem mutmaßlichen Chemiewaffenangriff mit Dutzenden Toten in Syrien ein Eingreifen der USA gefordert. „Es ist wichtig, dass die Regierung (des US-Präsidenten Donald Trump) wiederholt, was sie vor einem Jahr getan hat“, schrieb Jadlin am Sonntag im Kurznachrichtendienst Twitter.

Die USA müssten gegen Systeme zur Produktion und zum Einsatz von Chemiewaffen im Besitz der Truppen des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad vorgehen, forderte Jadlin. Er ist heute Leiter des angesehenen Instituts für Nationale Sicherheitsstudien (INSS) in Tel Aviv.

Bei Angriffen der syrischen Armee auf die letzte verbliebene Rebellenhochburg in Ost-Ghouta waren am Samstag nach Angaben von Hilfsorganisationen Dutzende Menschen getötet worden, unter ihnen auch Kinder. Die Angaben zur Zahl der Todesopfer reichen von 40 bis 150. Helfer gehen von einem Giftgasangriff aus. Die syrische Nachrichtenagentur Sana wies die Berichte dagegen als unwahr zurück.

Vor einem Jahr hatten die USA nach einem verheerenden Giftgasangriff auf die von Rebellen kontrollierte Stadt Khan Sheikhoun (Chan Scheichun) einen syrischen Militärflughafen bombardiert.

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„Es wäre das Richtige, die syrische Hubschrauberflotte, die Fassbomben abwirft, endgültig zu zerstören“, sagte Jadlin. „Auch ohne Giftgas ist dies eine ungenaue Terrorwaffe, die vor allem Zivilisten trifft.“

Die USA gehören zu den Assad-Gegnern, halten sich aber aus dem Bürgerkrieg weitgehend heraus. An der Spitze einer internationalen Koalition bekämpfen sie die Terrormiliz Islamischer Staat (IS).


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