„Neues“ von Elvis und Tribut an Johnny Cash

Eine Doku plus Soundtrack zeigen die künstlerische Entwicklung des „King“. Texte des „Man in Black“ Johnny Cash wurden von unterschiedlichen Künstlern neu vertont.

"King" Elvis Presley.
© dpa

Wien – Die zweiteilige Dokumentation „The Searcher“ und ihr Soundtrack gehen der künstlerischen Entwicklung von Elvis Presley nach. „Er war ein Licht für uns alle“, sagte Tom Petty über den „King“. Ähnliches haben sich wohl Chris Cornell, T. Bone Burnett, Alison Krauss oder Jewel über Johnny Cash gedacht. Sie vertonten Texte des „Man in Black“ für das Projekt „Forever Words“.

„Wir sollten nicht den Fehler machen, einen großen Künstler nur wegen des ganzen Tamtams, das später um ihn gemacht wurde, einfach abzuschreiben“, mahnte Petty, der wie auch Bruce Springsteen und Emmylou Harris für „The Searcher“ befragt wurde. Anhand von 18 Songs, nicht nach einem simplen Greatest-Hits-Prinzip ausgewählt, konzentriert sich Regisseur Thom Zimny in seiner dreistündigen HBO-Produktion auf die Entwicklung des wohl einzigartigen Sängers. Diese Lieder - darunter ein rarer Outtake von „Suspicious Minds“ ohne Chor- gibt es auf CD und Doppel-Vinyl.

Doch Zimny hatte die Idee, jenen etwas zusätzlich zu bieten, die tiefer graben wollen. Die Boxset-Version von „The Searcher“ enthält daher zwei CDs mit insgesamt 55 Elvis-Titeln und eine dritte Scheibe mit Songs, die ihn inspirierten, gesungen von anderen großen Acts, viele davon aus der Zeit, als der Rock and Roll geboren wurde. In einer bisher unveröffentlichten Aufnahme singt Elvis‘ Mutter Gladys „Home Sweet Home“ und Tom Petty and the Heartbreakers interpretieren den Schlager „Wooden Heart“. Ein Booklet und zwei Instrumentals des Pearl-Jam-Gitarristen Mike McCready runden die gelungene Sache ab.

„Forever Words“

Johnny Cash wiederum hat eine Menge an Songtexten, Gedichten und Notizen hinterlassen. Ausgewählte Lyrik ist in dem neuen Sammelband „Forever Words“ nachzulesen. Zum Projekt, von Cash-Sohn John Carter Cash geleitet, gehört außerdem ein gleichnamiges Album mit von unterschiedlichsten Musikern vertonten Worten aus dem Nachlass. Kris Kristofferson etwa spricht ein Gedicht zu akustischen Gitarrenklängen von Willie Nelson, ein berührender Start.

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Chris Cornell, wie Cash eine gequälte Seele, hat in seiner vermutlich letzten Studioarbeit das Lied „You Never Knew My Mind“ begesteuert, Alison Kraus and Union Station bauten um einen Cash-Text eine stimmige Bluegrass-Nummer. Noch traditioneller klingt das superbe „He Bore It All“ von Dailey and Vincent. Rosanne Cash singt das „sumpfige“ „The Walking Wounded“, das durchaus auch auf ihre letzte Platte „The River & The Thread“ gepasst hätte. Robert Glasper kleidet Worte des „Man in Black“ in Avantgarde-Jazz, während The Jayhwaks entspannt folk-rocken.

„Forever Words“ ist ein spannender, Genres übergreifender Streifzug durch die Gedankenwelt von Johnny Cash. „To June This Morning“ von Kacey Musgrave und Ruston Kelly soll noch herausgehoben werden: Die Vertreter einer neuen Americana-Generation machten einen Brief von Cash an seine schwangere Frau zu einem herzzerreißenden Duett. (APA)


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