Cosby-Prozess: Kronzeugin Constand will „Gerechtigkeit“

Norristown (APA/dpa) - Die Kronzeugin im Prozess gegen den US-Entertainer Bill Cosby (80) wegen sexueller Nötigung will nach eigener Aussage...

Norristown (APA/dpa) - Die Kronzeugin im Prozess gegen den US-Entertainer Bill Cosby (80) wegen sexueller Nötigung will nach eigener Aussage Gerechtigkeit erreichen. Das sagte Andrea Constand zum Auftakt ihrer Aussagen am Freitag vor Gericht in Norristown im US-Bundesstaat Pennsylvania, wie US-Medien berichteten.

Die frühere Universitätsangestellte wirft Cosby vor, sie 2004 mit Tabletten außer Gefecht gesetzt und dann sexuell genötigt zu haben. Cosby weist die Vorwürfe zurück. In einer außergerichtlichen Einigung wenige Monate nach dem Vorfall hatte er Constand bereits mehr als drei Millionen Dollar gezahlt. Die Staatsanwaltschaft hat den Fall nun vor Gericht neu aufgerollt - schon zum zweiten Mal, weil ein erster Prozess nach einer uneinigen Jury geplatzt war.

Cosbys neuer Verteidiger Thomas Mesereau hatte Constand zum Auftakt bereits als „Trickbetrügerin“ bezeichnet, die es nur auf Cosbys Geld abgesehen hatte. Die Staatsanwaltschaft weist das zurück. In den vergangenen Tagen hatten mehrere Frauen dem Gericht von ähnlichen Erfahrungen mit Cosby wie Constand berichtet. Insgesamt haben bisher mehr als 50 Frauen Cosby öffentlich sexuelle Belästigung vorgeworfen.

Das neu aufgerollte Verfahren gegen Cosby, der in den 80er-Jahren mit der „Bill Cosby Show“ weltberühmt geworden war, kann mehrere Wochen dauern. Bei einer Verurteilung könnte Cosby eine lange Haftstrafe drohen.


Kommentieren