Causa AUVA: Rumoren nach Kritik von AK-Chef Zangerl

In der ÖVP will man den Tadel von AK-Chef Zangerl klein halten. Der Oberländer Nationalrat Dominik Schrott (VP) sieht wie FPÖ und NEOS jedoch Handlungsbedarf.

Am Donnerstag ist im Rehabilitationszentrum Bad Häring der AUVA eine Betriebsversammlung geplant.
© Foto TT / Rudy De Moor

Innsbruck — Erwin Zangerl hat sich am Wochenende kein Blatt vor den Mund genommen: Dass „jetzt mit aller Brutalität und Härte" der Einfluss der Arbeitnehmer in der Selbstverwaltung der Krankenkassen ausgehebelt oder bei der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt AUVA massiv gespart bzw. diese aufgelöst werden soll, empört den hochrangigen Tiroler VP-Politiker. Deutliche Kritik übt Zangerl überdies an der schwarz-türkisen Arbeitnehmerpolitik und spricht von „türkisen Unsozialen".

In der Volkspartei war man am Wochenende versucht, die Aussagen des Arbeiterkammerchefs klein zu halten. Neo-Nationalrat Dominik Schrott (ÖVP) will Zangerls Äußerungen jedoch nicht so stehen lassen. „Um gleiche Leistungen zu erreichen, braucht es ein Zusammenführen von Aufgaben-, Ausgaben- und Finanzierungsverantwortung. Wer das nicht sieht oder sich dieser Diskussion nicht stellt, will das alte, teure und verkrustete System weiter bewahren", kontert er dem AK-Chef. Das sei für ihn als jungen Menschen der falsche Weg. „Wenn wir wollen, dass sich im Land etwas zum Positiven verändert, dann braucht es mutige Entscheidungen."

Abwerzger: "Zangerl ist Reformverweigerer im eigenen Interesse"

Offen gibt Schrott zu, dass sich Sozialministerin Beate Hartinger-Klein (FP) nicht gerade sonderlich geschickt angestellt habe. Vor allem, was die künftige Finanzierung der Unfallversicherung angehe. Der Oberländer ÖVP-Mandatar schlägt vor, zuerst einmal die Rücklagen der AUVA anzutasten, „da gibt es sicher noch genügend Spielraum".

Für FPÖ-Chef Markus Abwerzger entpuppt sich der Arbeiterkammerpräsident als Reformverweigerer im eigenen Interesse. Ihm gehe es nur um Machterhalt, glaubt Abwerzger. „Zangerl will andauernd Panik und Unsicherheit bei der Bevölkerung erzeugen, derartiges Vorgehen ist sowohl politisch als auch moralisch verwerflich." Als Polithetze bezeichnet der FPÖ-Obmann die Kritik von SPÖ und ÖVP an VP-Nationalrätin Kira Grünberg, die bekanntlich in der Diskussion zur AUVA nichts sagen möchte. Für Abwerzger hat eine neue Abgeordnete das Recht auf Einarbeitungszeit.

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NEOS-Sozialsprecher NR Gerald Loacker wundert sich hingegen über Zangerl. „Die Tiroler sind im AUVA-System die vollen Draufzahler. Erstens finanzieren sie die Unfallkrankenhäuser für andere Länder, das Land Tirol muss seinerseits selbst für Spitalsversorgung im Bereich Unfall sorgen." Zweitens, listet Loacker auf, würden die Tiroler halb so viel Unfallrente pro Versichertem erhalten wie beispielsweise die Salzburger. „Offenbar schaut Zangerl nur auf die Posten wie in den Krankenkassen", meint der pinke Nationalrat abschließend. (pn)

Am Donnerstag ist im Rehabilitationszentrum Bad Häring der AUVA eine Betriebsversammlung geplant.
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