Bezirk Schwaz

Verkauf im großen Stil: Zillertaler Polizei legte Dealern Handwerk

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Gleich zwei Erfolgsmeldungen hat die Polizei aus dem Zillertal zu vermelden: Ein Niederländer flog mit seiner riesigen Cannabisplantage auf, drei Briten wurden wegen des Verdachts auf Drogenverkauf im großen Stil festgenommen. Insgesamt geht es um Drogen im Gesamtwert von mehr als 100.000 Euro.

Mayrhofen – Die Polizei im Zillertal hat im April im Bereich Drogendelikte ein mehr als gutes Näschen bewiesen. Im Fall eines 42-jährigen Niederländers sogar im wahrsten Sinn des Wortes: Die Beamten hatten Anfang April einen Hinweis bekommen, dass eine Wohnung in einem Mehrparteienhaus einen verdächtig hohen Stromverbrauch aufweise. Als die Beamten den 42-jährigen Mieter der betroffenen Wohnung herausläuteten, schlug ihnen schon ein unverkennbarer Geruch entgegen: Es roch stark nach Cannabis.

Zweite Wohnung als Drogen-Bunker

Tatsächlich entpuppte sich die Wohnung des Niederländers als Hort für eine professionell angelegte Cannabisplantage. In einem 20 Quadratmeter großen Zimmer fanden die Polizisten 200 Pflanzen in voller Blüte. Doch damit nicht genug: Weitere Ermittlungen ergaben, dass der Niederländer in einer weiteren Wohnung in Innsbruck noch mehr Drogen gelagert hatte. Dort waren sechs Kilogramm Cannabiskraut, sechs Gramm Kokain und rund 15.000 Euro Bargeld gelagert.

Wie die Polizei berichtet, steht der Beschuldigte im Verdacht, schon mehrfach größere Mengen Marihuana gezüchtet und verkauft zu haben. Die Pflanzen in der Mayrhofer Wohnung hätten bei einer Ernte einen geschätzten Ertrag von sechs Kilo Marihuana mit einem Straßenverkaufswert von mindestens 60.000 Euro ergeben. Der 42-Jährige gab gegenüber den Polizisten an, die Drogen für den Eigengebrauch angebaut zu haben. Er wurde in die Justizanstalt Innsbruck eingeliefert, mittlerweile hat das Gericht eine Untersuchungshaft verhängt.

Briten tarnten Drogen-Deals als Essenslieferungen

Ob sich der Drogenbauer dort die Zelle mit drei jungen Briten teilen muss, die die Polizei kurze Zeit später ebenfalls in Mayrhofen schnappte, ist nicht bekannt. Fest steht aber, dass auch über diese drei Männer die Untersuchungshaft verhängt wurde.

Die Polizei konnte die Männer im Alter zwischen 25 und 27 Jahren im Rahmen des alljährlich in Mayrhofen stattfindenden Snowbombing-Festivals wegen des Verdachts des Suchtgifthandels festnehmen.

Wie die Ermittlungen ergaben, sollen die Briten Anfang April für mehrere Tausend Euro Suchtgift im Ausland gekauft und dieses dann mit einem Leihauto von Deutschland nach Österreich geschmuggelt haben. Sie planten offenbar gezielt, es auf dem Festival zu verkaufen.

Dafür hatten sie sogar eigens Visitenkarten angefertigt, auf denen sie mit „Essenslieferungen“ warben. Beim Verteilen der Karten dürften sie dann den Interessenten mitgeteilt haben, dass sie kein Essen sondern Drogen verkaufen.

Lager mit Drogen in München

Der Plan hatte nur einen Haken: Die Polizei bekam Wind von der Sache und nahm die drei Männer fest. Bei einer Durchsuchung in ihrer Unterkunft fanden Polizisten 8000 Euro Bargeld, 85 Gramm Kokain, rund 250 Gramm MDMA, rund 375 Ecstasy-Tabletten, 100 Gramm Marihuana und 25 Gramm Ketamin mit einem Gesamt-Straßenverkaufswert von 20.000 Euro. Die Suchtmittel waren für den Straßenverkauf schon zum Teil vorportioniert und abgewogen.

Doch auch hier waren die Ermittler noch nicht am Ende: Weitere Nachforschungen führten die Polizei zu einem Lagerraum in München, den die drei Briten Anfang April angemietet hatten. Dort wurden große Mengen Suchtgift entdeckt: 4200 Gramm Ecstasy, 300 Gramm Marihuana, 200 Gramm MDMA und 130 Gramm Ketamin. Der Straßenverkaufswert beläuft sich auf rund 70.000 Euro. Zwei der Betroffenen bestreiten alle Vorwürfe, nur einer der Briten war geständig. (TT.com)