Innsbruck-Wahl

Nach Wahl-Debakel: Rücktritt von Gruber und Heisz verlangt

© Thomas Boehm / TT

Krisenstimmung in ÖVP und SPÖ: Die Wirtschaft verlangt den Rückzug von VP-Stadtparteichef Franz Gruber, erste Sektionen jenen von Irene Heisz (SP).

Von Peter Nindler

Innsbruck –Es kommt nicht unerwartet: Nach dem schlechtesten Wahlergebnis der Innsbrucker SPÖ in ihrer Geschichte mit 10,32 Prozent (-4,2 %) und Verlusten von 9,7 Prozentpunkten für die ÖVP, die am Sonntag nur noch 12,17 Prozent erreicht hat, rumort es in beiden Parteien. Erste Rücktrittsaufforderungen wurden am Montag laut. Allerdings: Der Innsbrucker ÖVP-Chef und Bürgermeisterkandidat Franz Gruber wird erst nach der Stichwahl sowie den Regierungsgesprächen „weitersehen“, SPÖ-Frontfrau Irene Heisz schloss Konsequenzen bereits aus und möchte sogar in die neue Stadtregierung einziehen. Die innerparteilichen Diskussionen lassen sich aber nicht mehr stoppen.

Gruber führte gestern mit Landesparteiobmann und Landeshauptmann Günther Platter ein erstes Gespräch. Er, so Gruber, werde jedenfalls mit einem Team in die Regierungsverhandlungen gehen. „Es gab keine Schuldzuweisungen, außerdem ist die Wahl ja noch nicht beendet“, spielt Gruber auf die Stichwahl am 6. Mai an. Inoffiziell wird jedoch schon ein Fahrplan für einen personellen Wechsel in der Innsbrucker ÖVP vorbereitet.

Offen fordert diesen Wirtschaftsbundobmann NR Franz Hörl (VP). Wie der Seniorenbund kokettierte die Wirtschaft im Vorfeld der Gemeinderatswahl mit einer eigenen Liste. Für Hörl steht fest: „Stadtparteichef Franz Gruber und Stadtrat Andreas Wanker müssen den Weg für eine Erneuerung in Innsbruck freimachen und zurücktreten.“ Allein, es fehlen geeignete Nachfolger in der Stadtpartei. Und in der Landes-ÖVP will man die Debatte erst nach der Stichwahl führen und die aktuelle kleinhalten.

In der SPÖ liefen am Montag die Telefone heiß: Offen werden in der Partei Konsequenzen von Stadtparteiobmann Helmut Buchacher und Bürgermeisterkandidatin Irene Heisz gefordert. Landesparteiobfrau Elisabeth Blanik will sich auf diese Diskussionen nicht einlassen, doch die von Heisz gewünschte Regierungsbeteiligung ist für Blanik alles andere als fix. „Zuerst wird verhandelt und geredet, dann entschieden, ob wir in die Regierung oder in Opposition gehen.“

Anders die Funktionäre: Für Buchachers Vorgängerin an der Stadtparteispitze und Ex-Landtagsvizepräsidentin Gabi Schiessling sollten Irene Heisz und Buchacher das Gespür haben, „von sich aus die Konsequenzen zu ziehen“. Aus den Stadtteilen kommen ebenfalls Rücktrittsappelle. Die Vorsitzende von Wilten und scheidende Gemeinderätin Angie Eberl spricht von einem Wahnsinn. „Buchacher und Heisz müssen gehen.“ Eine Resolution wurde bereits vorbereitet. Auch die Parteijugend soll aufbegehren.

Die heutige Stadtparteisitzung dürfte jedenfalls spannend werden.