Erfahrener Pilot stürzte in Innsbruck mit Kleinflugzeug ab: Zwei Tote
Fünf Minuten nach dem Start geriet ein Kleinflugzeug über dem Gelände des Innsbrucker Flughafens außer Kontrolle. Die Ursache für das Unglück ist unklar, die Flugunfallkommission untersucht den Absturz.
Von Thomas Hörmann
Innsbruck –Tragischer Unfall am Innsbrucker Flughafen: Beim Absturz eines einmotorigen Flugzeugs kamen am Sonntagvormittag beide Insassen ums Leben. Die Ursache für das Unglück ist noch unklar. Die Flugunfallkommission hat Ermittlungen eingeleitet.
Es war gegen 10.20 Uhr, als das Kleinflugzeug etwa 100 Meter vom Hubschrauber-Stützpunkt des ÖAMTC und des Innenministeriums entfernt am Flughafengelände in der Wiese aufschlug. Obwohl die Mitarbeiter des Heliports rasch die Rettungskette in Gang setzten, kam für die beiden Insassen jede Hilfe zu spät. Der Schweizer Pilot und sein slowenischer Begleiter waren auf der Stelle tot.
Wie Klaus Hohenauer von der Luftfahrtbehörde der Landesverkehrsabteilung bestätigt, ist das Flugzeug aus der Schweiz gekommen: „Um zu tanken, legte der Pilot am Innsbrucker Flughafen einen kurzen Zwischenstopp ein.“ Als die knapp 60 Liter in den Tank gefüllt waren, wollte der Pilot die Flugreise fortsetzen. Ziel war Portoroz an der slowenischen Adria-Küste.
„Wie bei Föhnwetter üblich, startete die Maschine in Richtung Osten“, schildert Hohenauer: „Durch den Föhn gewann das leichte Flugzeug rasch an Höhe.“ Dann wendete der Schweizer am Steuerknüppel die Maschine und drehte in Richtung Westen ab. Sekunden später stürzte das Kleinflugzeug aus etwa 200 Metern Höhe auf die Wiese.
Für die Ursache gibt es derzeit mehrere Erklärungen: „Theoretisch könnten Probleme mit dem Motor das Unglück ausgelöst haben“, sagt Hohenauer: „Das wird auch überprüft.“ Allerdings spricht derzeit einiges gegen diese Erklärung: etwa, dass der Pilot keinerlei Probleme an den Tower meldete. Außerdem gilt der Motor als sehr zuverlässiges und ausgereiftes Modell, das seit vielen Jahren zahlreiche Flugzeugtypen antreibt.
Möglich wäre aber auch, dass der Föhn beim Absturz eine entscheidende Rolle gespielt hat. So ist nicht ausgeschlossen, dass der Pilot zu früh die Flugrichtung änderte. Eine Windböe könnte die Maschine in der Folge nach unten gedrückt und so die Tragödie ausgelöst haben. Die Ermittlungen stehen aber erst am Anfang.
Fest steht auch, dass der Innsbrucker Flughafen für den Schweizer kein Neuland war. Der erfahrene Pilot war hier schon öfter gelandet und gestartet.