Bühne

Das Grauen der vagen Vermutung

Das Theaterforum Humiste Imst gibt derzeit Harold Pinters "Die Geburtstagsfeier".
© Markus Hauser

Von Markus Hauser...

Von Markus Hauser

Imst – Für die sparsamen, ein gewisses Unbehagen bereitendes Gefühl verleihenden Dialoge des britischen Autors Harold Pinter wurde der Begriff „pinteresk“ geprägt. Wohl eine Art Pendant zu kafkaesk. Gesagt wird in seinen Stücken viel, doch nicht nur das Gesagte, sondern vielmehr das Nichtgesagte führt den Zuschauer in eine Welt, in der es einem unmöglich ist, zu unterscheiden, was wahr ist und was nicht: Willkommen in der Welt der Fake-News und in einer Welt, in der mit stichfesten Gerüchten Beweise angetreten werden.

Exakt zum 28. Jahrtag der Uraufführung des Stückes „Die Geburtstagsfeier“ und exakt zu seinem 28. Geburtstag hat Christian Reiter, Spielleiter des Imster Theaterforums Humiste, das Werk am Samstagabend auf die Bühne gebracht. Es erzählt die Geschichte des vermeintlichen Pianisten Stanley, der, alle Kontakte meiden­d, Zuflucht im abgelegenen Strandhaus des schrulligen Ehepaars Meg und Petey findet. Eines Tages von den zwielichtigen Typen Goldberg und McCann aufgespürt, wird er von diesen ins Kreuzverhör genommen und schließlich verschleppt. Sämtliche Umstände des Davor und des Danach schweben als das Geheimnisvolle hinterhältig latent im Raum. Mit seinen präzise gezeichneten Figuren, verkörpert von Victoria Matt, Stefanie Bauer, Peter Mair, Mathias Wilhelm, Andre Steger und Gottfried Hecher, gelingt es Christian Reiter, das Verstörungspotenzial des Stückes freizulegen. Der Schrecken lauert überall, man ist als Zuseher ständig auf der Hut. Die irre Komik, die das Gewöhnliche ins Anarchische kippt, hätte man sich allerdings etwas vehementer gewünscht.

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